Tag 12, Lampang

 

Heute morgen gab es mal wieder ein "Early Breakfast", denn wir hatten 320 Kilometer bis nach Chiang Mai hinter uns zu bringen. Dazwischen lagen noch ein Stop in einer Batik Fabrik und in Lampang beim Wat Phra That Lampang Luang, einem der faszinierendsten Tempel Thailands.

In der Batik "Fabrik" - ein kleiner Familienbetrieb - bekamen wir vorgeführt, wie man aus schlichtem weissen Leinenstoff wunderschöne blaufarbig gemusterte Hemden, Decken, Schals und T-Shirts herstellt. Das passiert hier noch in überwiegender Handarbeit und bedarf speziell beim Druck eine erhebliche Portion an Geduld, Kraft und Erfahrung. 

Unser Reiseveranstalter Chamäleon Reisen zeigte sich hier sehr großzügig, denn jeder von uns durfte sich ein Kleidungsstück seiner Wahl aussuchen. Das war natürlich alles andere als einfach ob der mannigfaltigen Auswahl.

 

Unser nächstes Ziel war der Wat Phra That Lampang Luang Tempel. Lampang liegt zirka 100km südöstlich von Chiang Mai entfernt. Etwas außerhalb von Lampang befindet sich eine Gruppe von Hügeln, auf einem von denen sich das Wat Phrathat Lampang Luang befindet.

Schon das Äussere vom Wat Phrathat Lampang Luang macht mit seinen mächtigen Mauern und der etwas erhöhten Lage ein imposanten Eindruck. Am Eingang wird man von zwei sehr großen und kunstvoll gestalteten Naga-Schlangen empfangen. Sie dienen zum Schutz des Tempels. Über eine Treppe erreicht man den Haupteingang, der mit schweren Holztüren gesichert ist.

Wie bei einem thailändischen Tempel üblich steht gegenüber dem Eingang die Buddha-Figur. Hier im Wat Phrathat Lampang Luang befindet sich die in Bronze gegossene Figur Phra Chao Lan Thong in einem prächtigen und vergoldeten Altar. Seitlich des Altars befinden sich 3 Wachsstatuen von betenden Mönchen. Wenn man es nicht besser wüßte, könnte man meinen, dass sie leben und im Gebet versunken sind.

Bemerkenswert sind die leider schon sehr verblichenen Wandmalereien im Virhan des Tempels. Diese Malereien sind direkt auf die Holzkonstruktion gemalt worden und daher dringend restaurationsbedürftig, will man diese einmaligen Schätze der Nachwelt erhalten.

Inmitten der Anlage steht der große Chedi. Ein Chedi ist Teil einer Tempelanlage, bei dem es sich zumeist um einen glockenförmigen, nach oben spitz zulaufenden Bau handelt. Zwei menschengroße Steinfiguren, die vor dem Eingang des Chedis stehen, "bewachen" symbolisch diese für Buddhisten heilige Stätte.

In den Seitenbereichen des Virhan hatten sich jeweils Gruppen von Frauen versammelt, die frische Blumen zu kleinen, als Opfergabe gedachte Sträuße geflochten haben, welche die Gläubigen vor der Buddhastatue während ihres Gebets niederlegen. 

 

Nach dieser "Ladung" Kultur war es dann aber auch Zeit, an das leibliche Wohl zu denken. In seiner sprichwörtlichen Gründlichkeit hatte Herr Müller natürlich wieder eine passende Örtlichkeit ausfindig gemacht.

 

Anschließend ging es direkt weiter nach Chiang Mai. Bevor wir zum Hotel fuhren, hatten wir aber noch eine besondere Verabredung.

Im Herzen der Stadt haben wir die Skills 4 Life Stiftung, die von Chamäleon unterstützt wird, besucht.

Die NGO Skills 4 Life wurde 2014 gegründet und konzentriert sich darauf, Jugendlichen ohne Familie aus der Umgebung von Chiang Mai eine Berufsausbildung und Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Skills 4 Life hat sich zum Ziel gesetzt, die akademische und soziale Lücke zu schließen, die verwaiste Teenager in Thailand aufgrund mangelnder Bildung und familiärer Unterstützung oft haben, um ihnen so ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Jugendlichen können weder auf ein familiäres noch institutionelles Unterstützungssystem zurückgreifen, noch haben sie einen Ort, den sie ihr Zuhause nennen können.

Während eines Rundgangs haben wir von der Leiterin Dominique aus der Schweiz in einem Vortrag viel Interessantes über dieses Projekt erfahren. Zum Beispiel auch, dass die verwaisten Jugendlichen, sobald sie die 9. Klasse abgeschlossen haben, aus der Obhut und Verantwortung des Waisenhauses aufgrund staatlicher Vorgaben entlassen werden müssen. Leider schaffen es dann auch nicht alle, aufgrund der hohen bürokratischer Hürden bei der Eingliederung in das "normale" Leben, den Weg weiterzugehen. Zum Glück kommt das aber eher selten vor.

Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Spenden und den Einnahmen des Pak Ping Café's. In diesem Café werden von den Jugendlichen gebackene, frische Backwaren sowie heiße und kalte Getränke angeboten. Uns wurde unter anderem ein sehr leckeres Bananenbrot angeboten.

Aus unsere Sicht eine Institution, der wir nur höchsten Respekt zollen können und die wir gern mit einer großzügigen Spende unterstützt haben. 

 

Anschließend ging es dann zu unserer Unterkunft, dem Phra Singh Village, für die letzten 2 Nächte. Wie schon auf der ganzen Reise war auch dieses Hotel wieder sehr schön. Geräumige Zimmer, ein sehr geschmackvolles Ambiente und - auch wichtig - sehr gutes Essen. Also was die Unterkunft angeht ein sehr gelungener Abschluss der Reise. 

 

Aber noch ist nicht Schluß. Der morgige Tag bringt nochmal ein vollgepacktes Programm, bevor wir übermorgen am Nachmittag unsere Rückreise antreten. Unter anderem werden wir für unser leibliches Wohl am Abend selbst verantwortlich sein.