Tag 9, Hloyo Village

 

Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen vom Phu Chaisai Mountain Resort, diesem wunderschönen Ort der Ruhe. Der Blick über das Tal auf die morgendliche Sonne, die sich langsam durch den Morgendunst "kämpfte", war nochmal ein kleines Highlight. Herr Müller bekam noch sein tägliches Gruppenfoto, dann ging es ab in die Berge. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kleinen Stop an einer Teeplantage gemacht. Dort gab es noch einen kurzen Vortrag über Teekunde sowie eine Verköstigung diverser lokaler Teesorten.

 

Von der Hauptstraße führte der weitere Weg später über eine schmale einspurige Straße tief in die Berge bis zum Akha-Dorf, wo die Straße endete.

Die über 80 Jahre alte Gemeinde Hlo Yo liegt inmitten von Chiang Rai's Doi Mae Salong-Gebirge, ca. 2.000 m über dem Meeresspiegel, und ist noch heute ein authentisches Akha-Dorf. 

Kurz bevor wir das Dorf erreichten, gab es noch einen kleinen Stau, denn vor uns fuhr ein rollender "Supermarkt", der die entlegenen Dörfer mit Dingen/Waren versorgt, die nicht selber angebaut werden können.

Offensichtlich ist dieser rollende Supermarkt eine willkommene Abwechslung, denn im Nu war der Wagen mit Dorfbewohnern umringt. Natürlich haben auch wir mal einen Blick riskiert und waren überrascht von dem wohlsortierten Angebot auf der vollgepackten Ladefläche.

 

Irgendwie hat man bei der Bezeichnung "traditionelles Bergvolk" ein gewisses Bild vor Augen, zum Beispiel  Strohhütten,  offene Feuerstellen oder ähnliches.  Was wir jedoch vorfanden war ein Dorf mit einer Mischung aus gemauerten Häusern oder solchen, die in der traditionellen Bauweise aus Bambus hergestellt waren. Darüber  sollten wir später noch einiges erfahren. Es gab sogar 4 kleine komfortable Gästehäuser, in denen für Besucher (zumeist sogenannte Rucksack-Touristen) Übernachtung  mit Frühstück angeboten wird.

 

Empfangen wurden wir vom Besitzer des Akha Mud House, Khun Yohan. Er hatte 3 Jahre in Isreal studiert, sprach fließend Englisch und fungierte seit seiner Rückkehr ins Dorf als "Bürgermeister". Von ihm erhielten wir eine kurzen Einführung zur Geschichte des Dorfes.

 

Danach nahm er uns mit auf eine sehr schöne Wanderung durch das Dorf und die Umgebung. Das war eine sehr schweisstreibende Angelegenheit, denn es ging stetig auf und ab. Aber diese wunderbare Natur und der Blick über diese Bergwelt waren die Anstrengung wert. Nebenbei bekamen wir durch Yohan's Erklärungen einen interessanten Einblick in den Lebensstil der Akha-Leute, die nach wie vor die traditionelle Lebensweise pflegen. 

 

Zurück im Akha Mud House gab es dann einen kleinen Kochkurs, bei dem wir unter anderem gezeigt bekamen, wie man aus den natürlichen Zutaten eine in Thailand unverzichtbare Chilipaste herstellt. Ein höllisch scharfes Würzmittel - zumindest für unseren europäischen Gaumen - das uns später auch zu dem traditionellen Khan-Tok Mittagessen serviert wurde. 

 

Nach dem Essen zeigte uns Khun Yohan noch, wie man aus einem Bambusbaum die Materialien für den Bau eines typischen kleinen Hauses gewinnt. Es war mal wieder ein sehr lehrreicher Vormittag.

Zum Abschied konnte sich jeder von uns als Geschenk noch ein hübsches, von den Kindern des Stammes gebasteltes Freundschaftsband aussuchen. 

 

Mit dem "Weißen Tempel" folgte am Nachmittag ein weiteres Highlight unserer Rundreise. Wat Rong Khun, wie er in der Landessprache heißt,  ist eine absolute Besonderheit in Thailand. Er ist nicht, wie andere Tempel in Thailand von Mönchen errichtet worden, sondern von dem Künstler Ajaran Chalemchai Kositpipat geschaffen und finanziert worden.

Der Tempel ist komplett weiß, bis ins kleinste Detail verziert und hat Darstellungen, die man in keinem anderen Tempel findet.

 

Schon beim Eintritt in die Tempelanlage zieht einen der Blick auf das schneeweisse Hauptgebäude in seinen Bann. Wir haben uns allerdings zunächst die eher skurrilen Skulpturen und die blühenden Kanonenkugelbäume im Eingangsbereich angesehen.

 

Der eigentliche Rundgang durch die Tempelanlage ist quasi eine Einbahnstraße mit kleinen Abstechern nach rechts und links. Hier ist eine kleine Kollektion der Sehenswürdigkeiten.

 

Das schneeweiße Hauptgebäude erreicht man über die "Brücke der Wiedergeburt", die nur im Gänsemarsch überquert wird. Aus dem halbkreisförmigen Teichen links und rechts der Brücke ragen Hände und Köpfe aus der Unterwelt empor, als Symbol für die ungezügelten Begierden. Das Überqueren der Brücke symbolisiert die Abkehr von den weltlichen Gelüsten, deshalb ist sie auch nur in eine Richtung begehbar. 

 

Gegen 17:00 Uhr wurde es dann Zeit an die Weiterfahrt zu denken. Wir hatten noch ca. 1,5h  Stunden zu fahren bis zur unserer nächsten Unterkunft, dem Rico Resort in Chiang Kham. Laut Herrn Müller eine Oase der Ruhe, mitten im Grünen umgeben von üppigen Gärten. Genau das richtige, um einen Tag vollgepackt mit neuen Eindrücken gemütlich ausklingen zu lassen.

Morgen bleiben die Busse im "Stall" und wir wechseln auf's Fahrrad. Auf dem Programm steht eine gemächliche Erkundungstour in der Umgebung des Resorts.