Tasiilaq ist mit rund 1750 Einwohnern der größte Ort im östlichen Grönland und liegt am gleichnamigen Fjord. Umgeben vom ostgrönländischen Gebirge mit seinen schneebedeckten Gipfeln ist es der einzige Ort mit touristischen Einrichtungen in diesem Teil des Landes. Das kleine Städtchen ist heute trotz seiner abgeschiedenen Lage mit Infrastruktur und grundlegenden Institutionen versorgt. In der Stadt gibt es unter anderem ein Krankenhaus, eine Polizeistation, ein Versammlungshaus, ein Kommunalbüro, eine Sporthalle, zwei Kindergärten, ein Altenheim und einen Supermarkt. Über Satellit ist man mit den modernen Mitteln der Kommunikation versorgt.
Wir hatten heute die Gelegenheit, während eines Spaziergangs durch das Dorf einer Fütterung von Schlittenhunden beizuwohnen. Im Programm als eine etwas blutige Angelegenheit angekündigt, verlief das Ganze aber äußerst harmlos. Die Jäger des Dorfes waren in der letzte Zeit nicht sehr erfolgreich beim Jagen, deshalb gab es für die Hunde anstelle von frischem Robbenfleisch „nur“ gefrorenen Heilbutt und Seelachs. Zu dem Rudel gehörten auch eine Hand voll Welpen, die natürlich ganz besonders bei den Damen für Entzückung sorgten. Die Hunde sind an bis zu 10m langen Leinen festgemacht, leben Sommer wie Winter draußen, können sich aber entweder in kleine Hütten oder selbstgebuddelte Höhlen bei Winterstürmen zurückziehen.
Der Spaziergang durch das Dorf war äußerst interessant, zeigte er doch uns Menschen aus der sogenannten Zivilisation auf, dass man in der Abgeschiedenheit der grönländischen „Wildnis“ sehr wohl ein glückliches Leben führen kann. Nur im arktischen Sommer von Juli bis September, wenn die Stadt auch für kleine Expeditionskreuzfahrtschiffe zugänglich ist, kommt man in Berührung mit Touristen. Zunehmend findet man inzwischen auch sogenannte Rucksacktouristen, die es hierher verschlägt. Dann werden Hundeschlitten- oder Snowmobil-Touren angeboten. Ansonsten führt man in diesem Dorf ein relativ isoliertes Leben.
Unser Besuch war noch „gekrönt“ von einer Vorführung des gemischten Chores (es gibt auch separate Männer- und Frauenchöre), der traditionelle Lieder zum Besten gab. Eine sehr gelungene Veranstaltung.
Gegen 14:00 Uhr hieß es dann ‚Anker hoch‘ und wir gingen auf die 1,5tägige Fahrt hoch zum Nordostgrönland-Nationalpark, dem größten der Erde mit rund 970.000 qkm. Dabei werden wir in der kommenden Nacht zum zweiten Mal auf dieser Reise den nördlichen Polarkreis überqueren.
Heute Nachmittag gab es die ersten Anzeichen dafür, dass wir uns der Polarregion wieder nähern. Interessante Eisberge zogen vorbei und tatsächlich zeigten sich weiter draußen auf dem Meer auch zwei Wale, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs waren.
Unsere Ankunft in Ittoqqortoormiit ist für Montagmorgen 8:00 Uhr geplant. Ob wir das schaffen ist allerdings im Moment noch fraglich, denn in seiner „Morgenpredigt“ verkündet der Kapitän keine allzu guten Nachrichten. In der kommenden Nacht werden wir zum wiederholten Mal mit einem heftigen Sturmtief zu kämpfen haben, das von Norden heranzieht. Positiv ist, dass wir den Wind (7-9 Windstärken werden erwartet) direkt von vorne bekommen und deshalb das Schiff nicht rollt, sondern „nur“ stampft.
Negativ ist allerdings, dass damit auch die momentane Geschwindigkeit des Schiffes von 15 Knoten deutlich absinkt und wir uns eine ziemliche Verspätung einhandeln. Was wiederum einen Einfluß auf unser weiteres Programm haben könnte. Warten wir es ab, mehr können wir nicht tun.
Von dem heutigen Seetag gibt es - Stand jetzt am sonntäglichen Nachmittag - nicht viel zu berichten. Vielleicht ändert sich das noch, denn heute Abend um 9:00 Uhr (Mitternacht Eurer Zeit!!) ist Party auf Deck 8 angesagt. Das Motto lautet ARKTIS ZAUBER. Packen Sie sich warm ein und genießen Sie bei Glühwein, heißer Schokolade, gebrannten Mandeln und weiteren Überraschungen den ZAUBER der ARKTIS hieß es im Tagesprogramm. Wir werden im Montagsblog berichten, falls es etwas zu berichten gibt!!!
