Unsere Ankunft in Sisimiut war für ca. 12:00 Uhr vorgesehen. Bis dahin war Zeit für die Einkleidung mit Parka und Gummistiefeln. Weiterhin stand die für alle Passagiere die obligatorische Zodiac-Sicherheitseinweisung durch den Staff-Kapitän auf dem Programm. Damit war der Vormittag auch schon komplett verplant. Die See hatte sich auch wieder etwas beruhigt und wir konnten die Nase mal in den Wind halten und das Anlegemanöver in Sisimiut beobachten.
Pünktlich um 12:00 Uhr war die HANSEATIC nature an der Pier in Sisimiut fest. Das Wetter war allerdings nicht unbedingt eine Einladung für einen Stadtrundgang. Regen und Wind entsprachen exakt der gestrigen Vorhersage des Kapitäns. Es hat uns nicht zu tief getroffen, denn im letzten Jahr hatten wir hier echtes Wetterglück und haben die zweitgrößte Stadt Grönlands bei sonnigem Wetter erkunden können.
Nach dem Mittagessen sind wir dann aber doch noch einmal für einen kurzen Ausflug losgezogen. HLC hatte einen Shuttle-Bus organisiert. So konnten wir den überwiegenden Teil unserer „Exkursion“ trocken hinter uns bringen. Ein interessanter Stop war am östlichen Ende des Ortes das sogenannte Tal der Schlittenhunde. Hier werden über das ganze Gebiet verteilt ca. 5000 Schlittenhunde von verschiedenen Besitzern gehalten.
Um die Rasse rein zu halten und zu schützen, dürfen grönländische Schlittenhunde den nördlichen Polarkreis nicht überqueren. Verlässt ein Grönland-Hund dieses Gebiet einmal, so darf er nie zurückkehren.
Diese Hunde sind keine Haustiere sondern Nutztiere. Sie sind außerhalb von kleinen Hütten angekettet, in die sie sich aber jederzeit zurückziehen können. Welpen dürfen in den ersten 3 Monaten allerdings frei herumlaufen. Genau wie den ausgewachsenen Hunden sollte man ihnen aus Sicherheitsgründen jedoch nicht zu nahe kommen. Zahlreiche Touristen haben derartige Versuche bereits mit fehlenden Fingerspitzen oder anderweitigen Bisswunden „bezahlt“.
Nach einem kurzen Besuch im Museumsdorf haben wir uns aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters zum Schiff zurück begeben. Das war auch insofern keine schlechte Idee, da kurz vorher die Roald Amundsen von Hurtigruten Expeditions relativ dicht neben uns vor Anker ging und knapp 400 Passagiere mit Tenderbooten an Land gebracht wurden. Damit ist das Museumsdorf definitiv übervölkert.
Wir haben den Tag bei einem traumhaften Sonnenuntergang in der Observation Lounge ausklingen lassen. Morgen geht es dann weiter nach Ilulissat zum Eisfjord.
