Tag 17, Seetag / Schleusentag
Um 5:20 Uhr heute morgen wurden wir kurzzeitig von 3
Typhon-Signalen der Inspiration aus dem Schlaf gerissen.
Offensichtlich hatten diese mit dem Lotsenwechsel zu tun.
Vielleicht wollte der Käpt’n aber auch nur die kanadischen
Frühaufsteher grüßen, denn kurz darauf unterquerten wir eine
viel befahrenen Brücke😉😉.
Als wir das nächste Mal die Augen öffneten, stand die Sonne
schon am Himmel. Die Wettervorhersage war also korrekt, denn
die hatte einen sonnigen und warmen Tag versprochen. Der
Vormittag war überwiegend dem Anblick der vorbeiziehenden
Landschaft gewidmet. Mit langsamer Fahrt zwischen 6 und 9
Knoten zog die Inspiration ihr Spur in das Wasser des
Sankt-Lorenz-Stroms. Gegen Mittag sollten wir die Saint Lambert
Schleuse, die erste von sieben Schleusen, erreichen. Allerdings
kam gegen 10:00 Uhr die Durchsage vom Käpt’n, dass sich die
Ankunft des Schleusen-Lotsen bis 14:30 Uhr verzögert und wir an
unserer momentanen Position bis dahin vor Anker gehen müssten.
Es kam aber auch gleich der beruhigenden Zusatz, dass so etwas
öfter vorkommt und deshalb in unserem Fahrplan entsprechende
Pufferzeiten eingebaut sind.
Tatsächlich kam der Lotse auch wie angekündigt um 14:30 und wir
konnten unsere Fahrt Richtung Schleuse in Saint Lambert
fortsetzen. Diese Schleuse hat einen Hub von 5 Metern und ist
damit auch die “kleinste” in dieser Hinsicht. Die weiteren
Schleusen liegen bei einem Hub von etwa 10-12 Metern. Es ist
schon faszinierend zu sehen, wie präzise die Brückencrew die
Inspiration in die Schleusenkammer manövrierte. Es ist wirklich
kaum Platz auf beiden Seiten.
Bedingt durch die Verspätung des Lotsen kam unser Zeitplan für
die heutigen Schleusendurchfahrten etwas ins Rutschen. Die
zweite Schleuse haben wir in der Dämmerung noch geschafft.
Die nächsten 3 Schleusen haben wir während der Nacht passiert.
Davon haben wir natürlich nicht viel mitbekommen, denn während
Käpt’n Jörn mit seiner Brückencrew hart gearbeitet hat, lagen
wir in seligen Träumen.