Am heutigen Vormittag standen zunächst verschiedene Informationsveranstaltung zu den geplanten Aktivitäten der nächsten 2 Tage sowie die Einkleidung mit Parka und Gummistiefeln auf dem Programm.
Heute war die “Entdeckung” von Sisimiut auf eigene Faust oder eine ziemlich herausfordernde Wanderung zu einer vorgelagerten Halbinsel im Angebot. Wir haben uns für ersteres entschieden.
Sisimiut liegt an der Westküste Grönlands, etwa 50km nördlich des Polarkreises, profitiert aber immer noch von einer warmen Meeresströmung, die den Hafen weitgehend eisfrei hält. Mit ca. 6000 Einwohnern ist sie die zweitgrößten Stadt Grönlands. In grönländischen Augen ist sie damit eine moderne Großstadt.
Von diesem “Großstadtflair” haben wir bei unserem Stadtspaziergang am Nachmittag ein Beispiel bekommen. Der Straßenverkehr in der Stadt ist unglaublich dicht. Dazu scheint es auch kaum Verkehrsregeln oder gar Geschwindigkeitsbegrenzungen zu geben. Gemessen an der Einwohnerzahl und der Verkehrsdichte scheint offensichtlich jeder mehrere Fahrzeuge zu haben.
Die Stadt ist von Bergen und Hügeln umgeben, auf deren Spitzen schon wieder Schnee lag. Der Hausberg Nasaasaq ist immerhin 784m hoch. Wie überall in der Welt hinterläßt der Klimawandel auch hier seine Spuren, denn der erste Schnee kam in diesem Jahr rund 3 Wochen zu früh.
Sisimiut war Anfang des 20. Jahrhunderts der erste Ort Grönlands mit einer Fischindustrie und beherbergt heute die größte Fischfabrik des Landes Die “Altstadt” zeigt ein typisch grönländisches Gesicht mit vielen kleinen, knallbunten Häusern. Und weil diese ein wenig an Legobausteine erinnern, trägt sie auch den Beinamen “Legoland”.
Nach und nach lockerten die Wolken auf und wir bekamen auf unserem Spaziergang auch nochmal das sonnige Gesicht von dieser Metropole zu sehen.
Bei seiner Begrüßungsansprache am Abend zeigte sich Kapitän Jörn Gottschalk im Scherz ein wenig enttäuscht von seinen neuen Passagieren. Diese sind nach seiner Ansicht während der Reise für das Wetter zuständig, und da wäre noch reichlich Luft nach oben. Unrecht hatte er nicht so ganz, denn bei unserer Ankunft heute morgen stürmte und goß es wie aus Kübeln. Der Regen hat sich im Laufe des Nachmittags verzogen, der Sturm allerdings blieb. Das machte das Ablegemanöver deutlich schwieriger, denn auch ein verhältnismäßig kleines Schiff bietet dem Wind jede Menge Angriffsfläche. Hier sind ein paar Impressionen des heutigen Tages.
