Tag 12, Virgin Gorda BVI

 

Die knapp 22 Quadratkilometer große Insel Virgin Gorda zählt zu den Britischen Jungferninseln und liegt im Osten des gleichnamigen Archipels. Der Hauptort ist Spanish Town, wo knapp ein Viertel der 4000 Inselbewohner lebt.

Absolutes Highlight ist der Küstenabschnitt "The Baths" im Südwesten der Insel. Aus dem Zusammenspiel zwischen Gezeiten und den hier meterhohen Granitfelsen ist ein nicht nur geologisch interessantes Ensemble aus Stränden, Naturpools und Grotten entstanden. Gesäumt von glattgewaschenen Granitbrocken und Palmen verlieren sich die einzelnen Buchten seicht im Meer. Eine davon ist Devils Beach die wir uns zusammen mit Wayne und Megan, einem sehr netten Paar aus Kanada als Ziel ausgesucht haben. 

Die Explora I lag etwas draussen vor der Bucht vor Anker. Die Überfahrt mit dem Tender dauerte aber nur ein paar Minuten. An der Pier warteten schon die Sammeltaxis um die ankommenden Touristen zum The Bath National Park zu fahren. 5 USD pro Person war ein annehmbarer Preis für den gut zehnminütigen Transport.

 

Nachdem wir unseren Eintrittsobulus entrichtet hatten, konnten wir den ca. 20-minütigen "Marsch" in Richtung Strand antreten. Bereits auf dem ersten Stück gab es einige wunderschöne Ausblicke auf diese grandiose Natur. Und bei Lottchen und mir kamen an einigen Stellen direkt Erinnerungen an unsere Zeit in Arizona hoch.

 

Es gibt Tage, das passt einfach alles. Heute war so einer. Strahlendes Wetter, eine herrliche Landschaft, traumhafte Strände eingebettet in gewaltige, Milliarden Jahre alte Boulder (Granitfelsen). Dann kommt man am Strand an, und genau in dem Moment wird ein großer strohgedeckter schattenspendender Sonnenschirm frei.

Die Boulder links und rechts des Strandes laden förmlich ein auf Entdeckungstour zu gehen. Aber die Konkurrenz bzw. Verlockung dieses traumhaften, türkisfarbenen 26° warmen Wassers der karibischen See ist groß. Zum Glück hatten wir genügend Zeit um beides ausgiebig zu geniessen.

 

So schön es am Devils Beach auch war, irgendwann mussten wir den Rückweg antreten. Dieser entwickelte sich sehr schnell zu einer echten Herausforderung, zumindest für die im Schnitt etwas älteren Kreuzfahrtgäste, die etwa 80% der Besucher ausmachen. Jetzt wissen wir auch, weshalb dieser Strand seinen Namen trägt. Bei der Einstufung des Schwierigkeitsgrades hat die National Park Leitung mit "Moderat" wohl eher das "jüngere Semester" im Blick. Es ging durch enge Felsspalten, wassergefüllte Höhlen, über Leitern rauf und runter durch die Granitfelsen. An manchen Stellen musste man fast kriechen. Wer da etwas klaustrophobisch veranlagt ist, hat ein echtes Problem. Und eine gewisse Grundfitness ist auch hilfreich. Naja, wir haben es geschafft, aber an einigen Stellen war es schon grenzwertig. Wir waren jedenfalls heilfroh, als wir ohne Blessuren wieder am Parkplatz angekommen sind.

 

Zur "Entschädigung" für die Anstrengungen gab es am Abend noch ein ein schönes Naturschauspiel. Der ereignisreiche tolle Tag verabschiedete sich mit einem fantastischen Sonnenuntergang, unterstützt von der spektakulären Beleuchtung des Infinity-Pools auf dem Achterdeck 5. Dann haben die Kansas City Chiefs auch noch den Superbowl gegen die Philadelphia Eagles erreicht.

 

Damit fand unser letzter Tag mit Landgang ein schönes Ende. Ab jetzt sind wir 2 Tage auf See bis wir am Dienstagmorgen 7:00 Uhr Ortszeit in Miami anlegen. 

Es war wieder eine tolle Kreuzfahrt auf der Explora I, aber noch ist sie nicht ganz zu Ende erzählt!! Dazu morgen mehr.