Tag 09, Colon/Panama

Beim Blick aus dem Fenster entdeckten wir heute Morgen die Europa 2 von Hapag-Lloyd, die auf dem Weg zum Panamakanal war. Im Gegensatz zu uns ist sie hier allerdings in den Kanal eingefahren. Für uns stand heute ein organisierte Ausflug mit Explorer Journeys auf dem Programm. Beim Ausstieg vom Schiff wurden wir von einer kleinen Folkloregruppe musikalisch empfangen.

Ein paar Worte zu unserem heutigen Ziel.

Colon ist eine Hafenstadt an der Karibik Küste von Panama mit circa 45.000 Einwohnern. Gleichzeitig ist es auch die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit etwa 250.000 Einwohnern. 

Zumeist sind wir an den verschiedenen Destinationen auf eigene Faust unterwegs. Diesmal haben wir uns aber für einen Ausflug mit Explorer Journeys entschieden, auch wenn diese so genannten Destination Experiences fast schon unverschämt teuer sind. Einer der Gründe, nicht auf eigene Fahrt los zu ziehen, lag auch darin, dass Colon als eine der gefährlichsten Städte der Welt eingestuft wird.

 

Etwas außerhalb der Stadt befindet sich am Gatun-Lake der atlantische Zugang zum Panamakanal. Er ist einer der größten künstlich angelegten Seen der Welt und erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern. Der See spielt eine wichtige Rolle für den Panamakanal und ist deshalb auch ein beliebtes Touristenziel. Hier können Besucher eine Vielzahl von Wildtieren beobachten, darunter Krokodile, Affen, Faultiere und eine Vielzahl von Vögeln.

Auf dem Programm stand eine Fahrt mit einem Katamaran zu einigen Buchten und Inseln des Sees. Bevor wir an Bord gehen konnten, gab es noch eine kurze Sicherheitseinweisung des Betreibers. Anschließend ging es dann einen Schotterweg hinunter zum Seeufer. rechts und links des Weges gab es bereits einige schöne Gewächse zu sehen.

 

Unten angekommen wurden wir auf 3 Katamarane verteilt. Da somit nur eine begrenzte Anzahl an Leuten auf dem jeweiligen Katamaran waren, konnten wir uns ziemlich frei bewegen und hatten die Möglichkeit, wann immer es etwas zu sehen gab, frei zu fotografieren. Ein Fischer präsentierte uns stolz den Fang des Vormittags. Zwischendrin gab es auch noch einen kleinen Lizzard und einen stolzen Reiher zu sehen. Krokodile oder Affen kamen uns leider nicht vor die Linse.

Trotzdem war uns der Glücksstern heute besonders hold, denn in einer der kleinen Buchten entdeckte unser Kapitän ein kleines Faultier, das gerade sein „Mittagessen“ zu sich nahm. Zum Glück hatte ich heute die große Kamera mit somit konnte ich das Faultier sehr gut heran zoomen.

 

Nach dieser sehr erfolgreichen Seerundfahrt führte uns der Weg weiter zu den Aqua Clara Schleusen, wo wir glücklicherweise genau zur rechten Zeit ankamen. Bei unserer Ankunft begann gerade die Schleusung von zwei großen Containerfrachtern. Die Besucherterrassen der Schleusen waren zwar gut besucht, doch es fand sich für jeden noch ein Plätzchen in der ersten Reihe, von wo aus man freien Blick zum fotografieren hatte. Es ist schon bemerkenswert, welche Maßarbeit bei diesen Schleusungen von zwei Schleppern geleistet wird.

Wobei für uns als Papenburger diese Präzision nicht unbekannt ist, denn ähnlich schwierige Manöver sind bei den Ems-Überführungen der Kreuzfahrtschiffe von der Meyer-Werft zur Emsmündung in Eemshaven von Schiffs-und Schlepperkapitänen durchzuführen.

 

Von den Schleusen ging es dann zurück zum Schiff. Auf der Fahrt bekamen wir noch einen kleinen Eindruck von Colon. Trotz der Einnahmen des Kanals sieht man der Stadt ihre Armut deutlich an. Viele Häuser sind zerfallen, die Straßen sind schmutzig, und man hat nicht unbedingt den Wunsch, diese Stadt noch näher zu entdecken. Somit war für uns dann der Ausflug auch beendet, denn das, was wir gesehen hatten, leitete uns nicht gerade dazu an, die Stadt nochmals zu erkunden.

 

Morgen kommen wir in den Norden Panama's nach Bocas del Toro. Laut Wetterbericht könnte es feucht werden.