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Tag 21, Montserrat

Offen gestanden haben wir uns schon gefragt, warum Explora Journeys ausgerechnet dieses kleine Eiland anfährt. Bei einer Karibikkreuzfahrt ist man eher auf schöne Strände, nette Anlaufhäfen und eine vorhandene touristische Infrastruktur gepolt. Das Alles hat Montserrat nicht zu bieten.

Montserrat ist eine kleine außergewöhnliche Insel vulkanischen Ursprungs in der Karibik und gehört zu den Britischen Überseegebieten. Sie liegt in den Kleinen Antillen, südlich von Antigua und westlich von Guadeloupe und hat nur rund 5.000 Einwohner.

Quelle: Wikipedia

 

Doch diese kleine Insel hat eine besondere Geschichte seit dem 18. Juli 1995.
Zum besseren Verständnis im Folgenden ein kleiner Abriss über Montserrat, dem was passiert ist und was die Insel heute für Touristen langsam wieder interessant macht.

Am 18. Juli 1995 wird die kleine Stadt Plymouth, Hauptort von Montserrat, unsanft aus dem Schlaf gerüttelt. Nach 400 Jahren speit der Vulkan La Soufriere, der im Rücken zur Hafenstadt liegt, Asche und Rauch. 

Die folgenden Wochen nach dem Juli 1995 werden für die damals noch 11.000 Bewohner der Insel zu einem Albtraum. Am 21. August spuckt der Vulkan wiederum riesige Aschemengen aus.
Am 17. September stürzt dann der halbe 920 Meter hohe Berg auf einer Seite in sich zusammen. Die Verwüstung ist gewaltig. Dort wo der Vulkan alles zerstört hat, lag die Kornkammer der Insel. Hier wuchsen Obst und Gemüse und ein üppiger Regenwald, der für einen optimalen Wasserkreislauf sorgte. Zudem lieferten die Berge hochwertiges Trinkwasser aus kühlen Quellen.  

Die frühere Hauptstadt Plymouth musste aufgegeben werden und gilt heute als Geisterstadt. Von der einstigen Hauptstadt ist fast nichts mehr übrig geblieben. Heftige Regenfälle verwandelten die Asche zu Schlammlawinen, die wie eine dickflüssige, tödliche Masse alles überrollten. Die meisten Häuser sind auch heute noch meterhoch von Asche bedeckt. Die Hitze der Sonne hat sie zu einer steinharten Schicht verwandelt. 
Aufgrund des Vulkanausbruchs sind zwei Drittel der Insel und ein Umkreis von zehn Seemeilen um den südlichen Teil der Insel als Sperrgebiet ausgewiesen.
Wenn es die vulkanische Aktivität zulässt, werden Führungen in das Sperrgebiet der Insel angeboten. Dafür muss man sich in einem Besucherzentrum registrieren lassen und 5 USD als "Eintritt" zahlen.
Dieses Angebot haben wir genutzt und sind mit einem pensionierten Police Officer mit Namen Albert Williams durch den Regenwald der Insel zu festgelegten Aussichtspunkten hinaufgefahren. Wenn man sich im Vorfeld mit dieser "Geschichte" befasst, bekommt der Blick auf die verschüttete Stadt Plymouth und den abgeschrägten Vulkankegel fast etwas Angst einflößendes.

Während der ganzen Rundfahrt hat uns Albert stolz von der Entwicklung der Insel seit dieser Zeit erzählt. Knapp 7.000 Menschen haben Montserrat nach dem Unglück verlassen. Die restlichen 3.000 haben im Norden die neue Hauptstadt Brades gebaut. Mit größter Anstrengung haben sie aus ihrem Inselchen wieder ein kleines Paradies geschaffen.
Inzwischen kommen wieder Touristen nach Montserrat, sei es als Kreuzfahrer, als Backpacker oder Menschen, die in einem ruhigen Kurzurlaub wieder Kraft tanken wollen. 

 

Am Pier in Little Bay wurden wir von mehreren Pelikanen und einem Silberreiher verabschiedet. Morgen kommen wir zu unserem letzten Stop nach Saint John, der kleinsten der 3 Amerikanischen Jungferninseln (US-VI).