Harstad hätte sicherlich etwas mehr Liegezeit verdient gehabt. Doch für uns war es leider nur ein Ausweich- und Schutzhafen wegen des Sturms. Gegen 21:00 Uhr am Freitagabend haben wir dort angelegt. Doch bereits am Samstagmittag um 12:00 Uhr hieß es schon wieder Leinen los in Richtung Svolvaer auf den Lofoten. Aufgrund des verlängerten Arktis-Zaubers letzte Nacht haben wir es auch erst gegen 10:00 Uhr aus den Federn geschafft. Frühstück bis kurz vor 11:00 Uhr, da machte es wenig Sinn, bei den winterlichen Straßenverhältnissen nochmal in die Stadt zu laufen. Also haben wir uns warm angezogen und sind zum Ablegen auf die Außendecks gegangen.
Am Nachmittag gab's dann eine sehr willkommene Überraschung. Durchsage des Kapitäns, wir kommen gegen 18:00 Uhr am Trollfjord vorbei. Wenn das Wetter eine sichere Einfahrt erlaubt, will er versuchen, unter vollem Scheinwerferlicht in diesen schmalen Fjord hineinzufahren.
Die Freude war natürlich groß, aber mindestens genauso groß waren die Fragezeichen in unserem Kopf. Wir waren bereits 2x in diesem wunderschönen, aber in der Einfahrt extrem schmalen Fjord mit seinen 1000+ Meter hohen Felswänden. Das ist bei Tageslicht schon ein spektakuläres Unterfangen, geschweige dann bei Dunkelheit und dichtem Schneefall.
Trotzdem sind wir bei Ankunft am Fjord direkt raus auf den Spirit Walk, einem Umlauf direkt am Bug des Schiffes.
Vor dem Fjord kam die Info vom Kapitän: "Ein Hurtigrurenschiff hat kurz vor der Fjordeinfahrt gewartet, dann abgebrochen und ist weitergefahren. Wir werden jetzt die Position halten und ein wenig abwarten, dann neu entscheiden."
Es war nicht gerade angenehm dort draussen in dem heftigen Schneefall und Wind zu warten.
Doch nach etwa einer halben Stunde wurde unsere Geduld belohnt. Durchsage vom Kapitän:" Die beiden Lotsen sind über ihren Schatten gesprungen und haben einer Einfahrt in den Fjord zugestimmt. Wir versuchen jetzt hinein zu fahren!"
Langsam schob sich die Spirit dann auf den Fjordeingang zu. 60m maximal Breite am Anfang des Fjords sind nicht viel Platz bei möglichen Fallwinden und Schneegestöber. Je weiter der Bug sich an den Felswänden vorbei in den Fjord hinein schob, umso ruhiger wurde es auf dem Spirit Walk. Natürlich konnten wir die Höhe dieser spektakulären Felswände in der Dunkelheit nur erahnen. Doch die Drehung des Schiffes am Ende des Fjords um die Längsachse war spannend genug.
Dann auch noch die gute Nachricht, dass wir Erlaubnis erhalten haben, bereits heute Abend in Svolvaer anzulegen. Damit ist eine ruhige Nacht garantiert. Zumindest, was den Seegang angeht!!
Da kann man das Abendessen gleich nochmal so gut genießen.
