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Tag 10, Paradise Lagoon, Espiritu Santo

Die Paradise Lagoon auf der Insel Espiritu Santo in Vanuatu bildete heute den Ausgangspunkt für einen besonderen Ausflug in eine der schönsten Naturlandschaften der Region. Mit unserem Schiff erreichten wir diese abgelegene Küste, von wo aus wir mit unseren Zodiacs in einen Kanal einfahren wollen, um das beeindruckende Matevulu Blue Hole zu erkunden. Dieses Unterfangen war für das Expeditionsteam sowohl eine organisatorische als auch eine zeitliche Herausforderung. Damit alle Gäste die Gelegenheit bekamen, das Blue Hole zu sehen und ggf. darin zu schwimmen, mussten die Zodiac-Fahrten in einem genauen Abstand geplant sein. Nicht alle konnten sich aus Platzgründen gleichzeitig dort aufhalten. Und für die gesamte Anlandung stand nur der Vormittag zur Verfügung. An-und Abfahrt mit den Zodiacs waren mit je 30 Minuten geplant, für den Aufenthalt am Blue Hole auch nochmal 30 Minuten. Da war echtes Zeitmanagement gefragt.

Zunächst ging es vom Schiff aus in Richtung der Kanalmündung. Bereits kurz nach der Einfahrt fiel unser Blick auf einen intakt scheinenden Katamaran, der mitten im Kanal ankert. Es schien aber, als wäre dieses Schiff offensichtlich verlassen. Etwas weiter kamen die Reste eines Schiffswrack am Ufer in Sicht. Nicht gerade das, was man in einer der schönsten Naturlandschaften der Region zu sehen erwartet. Doch das sollte sich mit jedem Meter, den wir tiefer in den Kanal einfuhren ändern.

Schon die Fahrt mit den Zodiacs war ein Erlebnis für sich. Teilweise wurden wir an die Zodiac-Fahrten während unserer Amazonas-Expedition erinnerte. Entlang dichter tropischer Vegetation glitten wir durch ruhige Gewässer, vorbei an üppig bewachsenen Ufern, Kokospalmen und kleinen, einfachen Siedlungen. Die Landschaft wirkt ursprünglich und tatsächlich nahezu unberührt. Mittendrin eine niedrige Brücke, bei der wir instinktiv den Kopf eingezogen haben. Das Wasser nahm immer wieder mal eine etwas andere Färbung, zumeist etwas zwischen Grün und Türkis. An manchen Stellen hatten sich richtige sattgrüne Wasserwiesen gebildet. Bei der Annäherung an das Blue Hole wiederum wechselte die Wasserfarbe in dieses wunderschöne Blau, dass dieser Attraktion den Namen gab.

 

Das Matevulu Blue Hole selbst zählt zu den bekanntesten Süßwasserquellen auf Espiritu Santo. Es handelt sich um ein natürlich entstandenes Becken, das aus unterirdischen Kalksteinformationen gespeist wird. Schon der erste Anblick dieses kleinen Naturwunders war beeindruckend. Das Wasser ist außergewöhnlich klar und leuchtet in intensiven Blau und Türkis Tönen, die je nach Sonnenstand und Lichteinfall faszinierend schimmern. Auffallend und beeindruckend war auch, das der Hotelmanager ein Zodiac zu einer Champagnerbar umfunktioniert und in einer kleinen Bucht direkt vor dem Blue Hole strategisch perfekt positioniert hatte. Den „Tankstop“ gab es aber erst auf der Rückfahrt.

Die Lagune ist von einer dichten Vegetation umgeben. Große Bäume spenden angenehmen Schatten und tragen mit ihren weit ausladenden Ästen zu einer fast schon idyllischen Stimmung bei.

Eine einfache Holzplattform sowie eine Seilschaukel ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg in das klare, ca. 25° kühle Wasser. Man kann aber auch ein alte Metallrutsche benutzen so wie ich, um in das angenehm kühle Nass zu kommen. Einige Besucher spielen Tarzan und schwingen sich an einer Liane von einem Baum aus über das Wasser und lassen sich von dort in das erfrischende Nass fallen.

Die Kombination aus glasklarem Wasser, intensiven Farben, üppiger Vegetation und ruhiger Atmosphäre macht das Matevulu Blue Hole zu einem sehr eindrucksvollen Naturerlebnis. Gerne hätten wir etwas mehr Zeit an diesem schönen Ort verbracht, doch Schiffsleitung und Expeditionsleitung hatten für den Nachmittag in echter Expeditionsmanier noch eine zusätzliche nicht geplante Anlandung auf der Espiritu Santo vorgelagerten kleinen Insel namens Mavea eingebaut. Diese war mit den Zodiacs leicht zu erreichen, so daß die Hanseatic Inspiration an der aktuellen Position verbleiben konnte.

 

Auf der Insel gab es Gelegenheit, an einem traumhaften Südseestrand zu Schwimmen und/oder zu Schnorcheln. Empfangen wurden wir diesmal von einem Frauenchor in traditioneller Bekleidung. Deren Kinder spielten am Strand im Sand, während sie die Besucher mit Ihren traditionellen Liedern unterhielten.
Eigentliche Attraktion war aber die Darbietung einer Wasserklatschen-Performance (nicht lachen!!!). Dieses rhytmische Wasserklatschen befindet sich auf der Unesco-Welterbe Liste. Und wenn man es gesehen und gehört hat, kann man den Durchführenden nur größten Respekt zollen.

 

Um 16:00 Uhr ließ der Kapitänden Anker lichten. Espiritu Santo war unser letzter „Stop“ in Vanuatu. Jetzt geht es rüber zu den Salomon Inseln. Unser nächstes Ziel dort ist die Insel Santa Ana. Bis dahin haben wir 409 Seemeilen = 757 Kilometer zu „segeln“ wie der Käpt’n es ausdrückt. Das bedeutet, dass wir morgen einen Seetag haben. Den können wir auch ganz gut gebrauchen, denn diese Kreuzfahrt hat ein strammes Programm. Geplante Ankunft in Santa Ana ist am 11.04. morgens um 7:00 Uhr.