Gestern Abend gab es beim PreCap um 18:00 Uhr die Informationen für den kommenden Nachmittag auf Ghizo Island. Wir werden in Gizo (Stadt) anlanden. Diesmal aber nicht mit den Zodiacs, sondern es wird getendert. Da die Ankunft für 13:00 Uhr vorgesehen ist, können wir morgen früh etwas länger schlafen. Das ist gut so, denn nach dem Abendessen gestern hatte die Crew die Rezeption in eine kleine Bar umgebaut und kredenzte Degistives, Cocktails, oder Verdauungsschnäppschen wie Grappa, Linie oder Ähnliches.
Der Blick über den fast spiegelglatten Südpazifik vom „Inspiration Walk“ ganz vorne im Bug des Schiffes machte es möglich, einige Seevögel zu beobachten. Das rief unseren Experten für Bio- und Vogelkunde auf den Plan, denn soviel sieht man davon nicht in den Weiten dieses Ozeans. So gab es natürlich sofort Vergleiche der Fotos, die gemacht wurden, bei denen sich dann sehr schnell herausstellte, dass wir es überwiegend mit Seeschwalben zu tun hatten.
Ghizo Island ist Teil des New Georgia Islands Archipels der Salomonen, das durch vulkanische Aktivität und Korallenbildung entstanden ist. Die Anfahrt durch die Lagunenlandschaft war wieder mal ein visueller Genuss der Extraklasse.
Im Zentrum des Lebens auf der Insel steht die Stadt Gizo, die oft als „Herz der Western Province" bezeichnet wird. Sie liegt direkt an der Küste und erstreckt sich entlang einer geschützten Bucht mit Blick auf kleinere vorgelagerte Inseln.
Gizo ist eine überschaubare, lebendige Inselstadt, in der sich Verwaltung, Handel, Fischerei und Tourismus konzentrieren. Schon bei der Anfahrt zu unserem Ankerplatz vor der Stadt war das geschäftige Treiben auf diversen Märkten zu sehen.
Der Empfang auf der kleinen Pier war fast schon „angsteinflößend“. Mutige Krieger stürzten sich den „weißen Eindringlingen“ entgegen, nur um sie anschließend mit einem herzlichen „Welcome to Gizo“ willkommen zu heißen. Am Eingang zur Pier und an den Zäunen standen viele Schaulustige, denn so ein Schiff kommt nicht so oft hierher. Es gab immer wieder ein freundliches Lächeln, manchmal sogar ein schüchternes „Hello“, denn Englisch ist auch hier keine der vielen Landessprachen.
Da wir uns völlig frei in der Stadt bewegen konnten, sind wir der Empfehlung eines unserer Experten gefolgt und haben uns die örtliche katholische Kirche angeschaut. Sehr sehenswert, gut erhalten und sehr sauber.
Die Stadt bietet eine Mischung aus einfachen Märkten, kleinen Geschäften, Unterkünften und lokalen Restaurants. Besonders die Märkte spielen eine zentrale Rolle im sozialen Leben: Hier werden frischer Fisch, tropische Früchte und Gemüse verkauft, das oft direkt von den umliegenden Inseln hergebracht wird. Am Fischmarkt saßen die Frauen vor den angebotenen Fischen und versuchten mit einem in Eiswasser getränkten Palmwedel die bunten Fische kühl zu halten und gleichzeitig die Fliegen zu vertreiben.
Auf der Karte der kleinen Stadt war auch ein kurzer Rundweg verzeichnet, der uns ein wenig weg vom „Trubel“ der Hauptstraße brachte. Der Weg führte durch ein kleines Wohngebiet und endete wieder an der Hauptstrasse direkt am Krankenhaus.
Zu guter letzt sind wir in der Bar des Ghiza Hotels gelandet, die extra für uns geöffnet war. Nach dem Spaziergang in der Hitze war ein schönes kaltes Bier genau das Richtige. Eine Dose lokales Bier SolBrew für läppische 5 US-Dollar. Selbst in diesem abgelegenen Teil der Welt weiß man sein Alleinstellungsmerkmal zu vermarkten.
Unten vor der Bar tanzte eine Gruppe junger Männer nach moderner Musik aus einer Musikanlage. Auch die einheimische Jugend schaute begeistert und teilweise kreischend der Gruppe zu.
Nach dieser Erfrischung ging es zur gegenüberliegenden Pier, wo das Tenderboot bereit stand für den Transfer zurück zum Schiff. Nachdem alle zurück an Bord waren, ging der Anker hoch und wir nahmen - begleitet von einem schönen Sonnenuntergang - Kurs auf Pirumeri Island und Onua Island. Wieder ein Tag vollgepackt mit Eindrücken bei gleich 2 Anlandungen.
