Heute geht unser Südsee-Abenteuer erst so richtig los. Wir erreichen Tanna Island, eine der faszinierendsten Inseln von Vanuatu am frühen Morgen. Tanna ist bisher weitgehend vom Massentourismus verschont geblieben. Die Hanseatic Inspiration kommt zum ersten Mal hierher, entsprechend war die Spannung bei Passagieren und Crew.
Wie geplant gingen wir vor der Küste vor Anker, um mit den
Zodiacs an Land zu fahren. Diese robusten Schlauchboote
ermöglichen eine flexible Anlandung, in unserem Fall heute an
einem kleinen Kiesstrand im Dorf. Schon die Ankunft war bereits
ein besonderes Erlebnis, denn wir wurden von einem Kinderchor
mit Gesang empfangen. Nach einer kurzen Empfangszeremonie
bekamen wir von den Dorfbewohnern eine Vorführung von
verschiedenen traditionellen Tänzen. Bei einem kurzen
Spaziergang durch das Dorf bekamen wir noch einen Eindruck vom
Dorfleben.
Wir hatten zwar vereinzelt direkten Kontakt zu den
Einheimischen, doch die Kommunikation war recht schwierig. Kaum
jemand spricht Englisch, obwohl Vanuatu als das sprachlich
vielfältigste Land der Welt gilt- auf rund 80 Inseln werden
über 100 verschiedene Sprachen gesprochen! Das entspricht im
Schnitt etwa einer Sprache pro 2.500 Einwohner. Das
Faszinierende daran: Viele dieser Sprachen existieren nur in
kleinen Dörfern und werden mündlich überliefert. Es kann
passieren, dass auf benachbarten Inseln völlig unterschiedliche
Sprachen gesprochen werden, obwohl die Dörfer nur wenige
Kilometer auseinanderliegen.
Eine besonders skurrile Tatsache: Auf manchen Inseln werden in
derselben Familie mehrere Sprachen gleichzeitig gesprochen -
zum Beispiel die Dorf- oder Stammessprache, die Sprache von
Nachbarinseln und Pidgin als überregionale
Verständigungssprache.
Anschließend ging es mit dem Zodiac zurück zum Schiff zu einer kurzen Mittagspause.
Viel Zeit blieb uns nicht, denn nach dem Mittagessen stand der Ausflug zum Mount Yasur an. Dazu mussten wir wieder mit den Zodiacs an Land, um dort in Jeeps umzusteigen, die uns zum Vulkan brachten. Ein abenteuerlich „Ritt“ durch die Landschaft über die einzige Straße die zum Nationalpark Mount Yasur führt. Anfänglich noch geteerte Landstraße, verwandelte sich selbige in eine nur mit Allrad zu bewältigende, aus zahlreichen Schlaglöchern und Wasserdurchfahrten bestehende Strecke, die uns mehr als einmal den Atem anhalten liess.
Der Mount Yasur ist einer der weltweit zugänglichsten aktiven Vulkane. Oft als „Leuchtturm des Pazifiks" bezeichnet, ist er seit Jahrhunderten nahezu ununterbrochen aktiv. Der Vulkan hat eine große spirituelle Bedeutung für die lokale Bevölkerung, die ihn als heiligen Ort betrachtet.
Zu unserem Ausflug gehörte auch der Aufstieg zum Kraterrand. An guten Tagen können Besucher bis an den Kraterrand gelangen und spektakuläre Ausbrüche mit glühender Lava, donnernden Explosionen und aufsteigenden Aschewolken erleben. Nationalpark-Ranger fungieren zum einen als Guide zum anderen achten sie aber auch darauf, dass sich niemand außerhalb der Absperrungen am Kraterrand bewegt.
Ausgenommen der Ausbrüche von glühender Lava bekamen wir alles geboten was an kleinen Explosionen, Krach und Staub aus diesem faszinierenden „Loch“ herauskommen kann. Auch ohne Ausbruch von glühender Lava war es ein unvergessliches Naturschauspiel, das die gewaltigen Kräfte der Erde unmittelbar spürbar macht.
Nach ca. 45 Minuten am Kraterrand hieß es dann Abfahrt zurück zum Dorf und von dort mit dem Zodiac zum Schiff.
Was für ein Tag!!!!
Morgen sind wir auf Moso Island. Auch das wird eine Premierenanfahrt für die Hanseatic Inspiration.
