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Tag 9, Vao Island

Vao Island ist eine kleine, malerische Insel im Südpazifik. Sie ist ein typisches Beispiel für die kleinen, von Korallen umgebenen Inseln, die das Gebiet prägen. Die Insel selbst ist nur rund 1,6 Kilometer lang, etwa 1,1 Kilometer breit, und damit in der Flächekaum größer als ein kleiner Naturpark. Die höchste Erhebung liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Sie bietet mit ihren weiße Sandstränden und glasklarem Wasser das klassisches Südsee-Inselbild.

Trotz ihrer kompakten Größe beheimatet sie ein lebendiges Dorfleben, wovon wir bei unserer Ankunft mit den Zodiacs am Hauptstrand der Insel gleich ein Beispiel bekamen. Der Kinderchor der Schule begrüßte uns mir seinen Liedern und die Frauen hatten Gestelle mit wunderschönen Lei’s = Blumenkränze aufgebaut. Natürlich bekam auch jeder einen Kranz mit einem herzlichen „Hello“ umgehängt. Unter den dicht am Strand stehenden Bäumen waren Tische mit frischen Früchten und Kokosnüssen als Willkommensgruß aufgebaut. Wie auf allen Inseln, die wir bisher besucht hatten, war es auch auf Vao trotz der einen oder anderen Sprachbarriere kein Problem, mit den Dorfbewohnern in Kontakt zu kommen. Die Menschen hier begegnen den Besuchern der Insel mit einer großen Offenheit und Freundlichkeit. Lottchen hatte das Glück, mit einer jungen Frau namens Jindel ins Gespräch zu kommen. Sie sprach sehr gut englisch und hat uns einiges über das normale tägliche Leben auf Vao erzählt.

 

Auf dem großen Zeremonieplatz in der Mitte des Dorfes begann dann der „offizielle“ Teil des Besuches mit den typischen Willkommens-Tänzen. Hier auf Vao werden diese Tänze nur von den Männern aufgeführt. Untermalt sind diese Tänze von rhythmischem Schlagen auf sogenannten Schlitztrommeln, die „TamTam“ genannt werden. Auch wenn es aufgrund von Gestik und Maskierung nicht unbedingt so wirkt, alle diese Tänze drücken die Freude über den Besuch aus und werden zu Ehren der Gäste aufgeführt.

 

Wie auf vielen kleinen Inseln im Pazifik basiert das tägliche Leben auch in Vao stark auf dem Zusammenhalt untereinander. Gemeinschaftsgärten, Fischfang, Handwerk und der Austausch zwischen Familien und Dörfern bestimmen den Rhythmus. Die enge Verbindung zur Natur zeigt sich nicht nur in den Lebensmitteln und Materialien, die genutzt werden, sondern auch im Respekt vor den Meeren und Wäldern, die seit jeher das wirtschaftliche und kulturelle Fundament bilden.

Bei einem ausgedehnten Spaziergang durch das Dorf bekamen wir einen Eindruck von dieser Lebensweise. Es gibt neben einer Grundschule sogar eine High School. Auch auf Vao haben früher Missionare gewirkt und ein erhebliche Teil der Bewohner geht regelmäßig zur Kirche. Etwas, was man auf ein so kleinen Eiland nicht unbedingt erwarten würde. Der Spaziergang führte uns weiter, quasi einmal um das gesamte Dorf, unter anderem vorbei an der Grundschule mit fröhlich spielenden Kindern.

Über Mittag ging es dann zurück zum Schiff, auch um etwas Abkühlung zu finden. Denn draußen kroch das Thermometer langsam über die 30° Marke.

 

Den Nachmittag haben wir dann im Schatten der Bäume am Strand verbracht. Der Kapitän hatte später noch das Vergnügen, ein junges Paar am Strand unter Palmen zu verheiraten. Für die Brautleute muß es aufgrund der Hitze eine kleine Tortur gewesen sein, denn sie waren mit Anzug und Brautkleid nicht gerade luftig gekleidet.

Die Küchencrew hatte als kleine Überraschung noch ein Zodiac zur Gelateria umgebaut, die bei den Passagieren aber ganz besonders bei den Einheimischen für großen Andrang sorgte.

Wir haben den Nachmittag im Schatten der Bäume und im glasklare türkisfarbenen, mit 29° wohl temperierten Wasser, ausgiebig genossen, bevor es dann gegen 17:30 zur Weiterfahrt zurück auf die „Inspiration“ ging.

 

Morgen ist unser Ziel die Paradise Lagoon auf der Insel Espiritu Santo, unserem letzten Stop in Vanuatu.