Heute morgen ist der Rest der Reisegruppe im Hotel eingetroffen. Da diese aber zunächst eine Pause brauchte um sich vom Flug zu erholen und frisch zu machen, hatte die Reiseleitung die Vorstellungsrunde in der Hotellobby und den anschließendem Start zur ersten Erkundung von Bangkok vom Fluss Chao Phraya auf 14:00 Uhr verschoben. Somit blieb uns reichlich Zeit, den Vormittag in dem sehr schönen Hotelgarten zu verbringen und ein ausgedehntes Frühstück zu genießen.
Das erste "Beschnuppern" mit den anderen Reiseteilnehmern fiel sehr positiv aus. Unser Reiseleiter hat sich als ein ein echtes Unikum herausgestellt. Er stellte sich als Herr Müller vor, da die meisten Kunden seinen eigentlichen Namen Vichien Thangton nicht unfallfrei aussprechen könnten. So sagte er zumindest. Sein "drolliges" Deutsch hat er durch einen 3-jährigen Aufenthalt in Hannover gelernt, während dessen er als Straßenbauingenieur gearbeitet hat. Seine Erklärungen und Weisheiten bringt er mit einer unvergleichlichen Komik und Gestik rüber. Wobei hier gleich erwähnt sein soll, dass der Mann ein unglaubliches Wissen hat. Wir werden in den nächsten Tagen sicherlich noch das eine oder andere von/über "Herrn Müller" zu berichten haben.
Mit der MRT (U-Bahn) ging es dann zunächst zur Anlegestelle am Fluss Chao Phraya, wo die traditionellen Longtail-Boote bereits für die erste Erkundung von Bangkok vom Wasser aus auf uns warteten. Durch verschiedenen Kanäle führte der Weg vorbei an Tempeln und eindrucksvollen Gebäuden. Aber wir passierten auch immer wieder armselige Häuser, die direkt an das Kanalufer grenzen und einen Eindruck des Lebens abseits von Wohlstand und Reichtum vermitteln. Irgendwie erinnerte uns das an die Diskrepanzen zwischen Arm und Reich, die wir auf unserer Indien-Reise 2015 gesehen haben. Es wird interessant sein zu sehen, wie das normale Leben der Thailänder außerhalb Bangkoks wohl aussieht.
An einem kleinen Tempel fand unsere Longtail-Boat Fahrt ein zwischenzeitliches Ende. Leider war er geschlossen und so blieb uns nur der Blick auf das schöne Äußere.
Durch schmale Gassen mit kleinen Geschäften ging es anschließend zurück in Richtung Fluß. Ein schlafender Mann auf der Holzbank in seinem Laden ließ darauf schließen, dass die Nachfrage heute wohl nicht besonders groß war.
Auch in Thailand gibt es an Brückengeländern Liebesbeweise von Paaren. Sie sehen nur etwas anders aus als bei uns zuhause. Von der Brücke konnte man das geschäftige Treiben sowohl auf dem Kanal, als auch an dem Holzsteg entlang des Flusses mit diversen Shops, Bars und Restaurants. Unter anderem gibt es einen Shop, der Fischfutter in Form von Pellet verkauft. Damit kann man die Pangasius Fische im Kanal füttern. Eine Handvoll dieser Pellets löst einen regelrechten Freßkrieg unter den Fischen aus.
Herr Müller (er redet von sich immer in der 3. Person) führte uns weiter zu einem Stand, an dem es seiner Meinung nach die besten Thai-Frühlingsrollen gibt. Jeder bekam 4 Stück, 2 mit Fleisch, 2 mit Gemüse und sie sie waren wirklich saulecker. Als Dessert noch ganz frische Mango mit Sticky Rice (eine Art Klebereis), ebenfalls sehr sehr lecker. Woraus der Kleber besteht blieb allerdings ein Geheimnis. Es ist aber allen gut bekommen!!!
Dann ging es wieder in die Boote durch verschiedene Kanäle zu unserem nächsten Ziel, die Poomjai Gardens. Der Fahrt führte vorbei an einem goldenen Buddha der uns den Rücken zuwandte und einer weiteren Buddha-Statue, die komplett eingerüstet war.
Bei den Poomjai Gardens handelt es sich um eine herrliche grüne Oase mitten in der Stadt, die versteckt am Ufer des Kanals liegt. Der Garten ist schon seit 100 Jahren im Besitz einer thailändischen Familie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses Fleckchen Erde zu erhalten und seltene Pflanzen, wie zum Beispiel einen jahrhundertealten Litschibaum zu schützen.
Bei unserem kleinen Spaziergang gab es verschiedenen Pflanzenarten wie zum Beispiel eine männliche Bananenblüte und einen sehr schönen Grapefruit-Baum zu entdecken.
Und auch der Genuss kam auch nicht zu kurz. Uns wurde ein eisgekühlter alkoholfreier Cocktail mit frischen Datteln angeboten. Sehr lecker!!
Herr Müller pflegt übrigens die Leidenschaft der Gruppenfotos. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit müssen wir zusammenkommen und er macht das Foto. So auch hier unter dem alten Litschibaum.
Zum Abendessen lud uns Herr Müller bzw. Chamäleon in eine ganz besondere Location ein. Das Restaurant & Bar »River Vibe« lockt mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Fluss, den alten wie auch den neuen Teil von Bangkok. Von hier oben kann man den Sonnenuntergang, das Glitzern des Wassers und die Silhouette der "Stadt der Engel" richtig genießen, sagt man zumindest. Heute hat das mit dem glitzernden Wasser nicht so ganz geklappt, denn zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kamen Wolken auf.
Es war aber trotzdem ein krönender Abschluss eines sehr langen Tages.
Wie Ihr sicher bemerkt habt, "hängen" wir mit dem Blog ziemlich hinterher. So wie es jetzt aussieht, werden wir es auch nicht schaffen, diese Lücke wieder zu schließen. Die Tage sind vollgepackt mit Aktivitäten und das tägliche Programm zieht sich bis in den Abend hinein. Danach reicht es gerade noch zum Abendessen und dann ist man eigentlich nur noch reif für's Bett.
Wir haben uns deshalb entschlossen, offline Stichpunkte zu dokumentieren und auf deren Basis und den entsprechenden Fotos den Rest des Blogs nach unserer Rückkehr als "Aufzeichnung" fertig zu stellen.
