Tag 4, Maeklong Railway Market

Der heutige Tag stand unter dem Motto: Markttreiben entlang der Gleise

Doch bevor es zu dieser thailändischen Attraktion ging, haben wir am frühen morgen noch einen Stop am angeblich besten Meeresfrüchtemarkt der Region gemacht. Auch wenn viele der besseren Restaurants in Bangkok hier ihren Fisch beziehen, am frühen Morgen um kurz nach 7:00 Uhr ist dieser Besuch für die Nase eine echte Herausforderung. Zudem hieß es aufpassen, denn durch die engen Gänge liefen nicht nur Kunden/Lieferanten mit Sackkarren. Auch die allseits beliebten kleinen Mopeds zischen hier kreuz und quer durch die Gänge.

 

Mit einer Fähre ging es später über den Fluss Tha Chin. In einem kleinen Café mit "Familenanschluß" hatte Herr Müller den ersten Kaffee des Morgens organisiert. Während wir diesen genossen, reihten sich draußen auf der Straße bereits die bestellten Rikscha's auf. Auf dem Programm stand eine kleine Rundfahrt über die Halbinsel Tha Chalom. Die Fahrt löste bei uns allerdings gemischte Gefühle aus. Für den Fahrgast ist es sicher eine angenehme Art, die Szenerie zu geniessen. Für die Rikschafahrer (unter ihnen eine Frau fortgeschrittenen Alters) ist es aber eine sehr sehr mühsame Art, ihr Geld damit zu verdienen, wohlgenährte Touristen durch die Stadt zu fahren. Im Gegensatz "zu ihren Passagieren" sind die meisten von ihnen eher klein und zierlich. Es war offen gestanden kein wirklich angenehmes Gefühl.

 

Die Rundfahrt endete am Wat Laem Suwannaram Monument. Eine vermutlich 1826 gebauten Gebetsstätte mit einer großen hölzernen Buddha-Statue, die von kleineren Skulpturen der Chinesischen Sternzeichen umgeben ist. Lottchen ist in dem Fall ein Tiger und ich bin ein Drache.

 

In unmittelbarer Nähe zu dem Denkmal befindet sich der kleine Bahnhof Ban Laem Railway Station. Irgendwie wirkte er mit dem kleinen Schalterhäuschen und dem angrenzenden Shop mit Garküche ein wenig aus der Zeit gefallen.  Dabei startet hier der Zug, der uns nach Maeklong zum wohl ungewöhnlichsten Markt in Thailand bringen sollte.

Heute wird der Zug mit einer großen Diesellok betrieben. Die ersten 3 Lokomotiven kamen allerdings aus Deutschland und wurden von Krauss Lokomotiven Werke in München (heute Krauss Maffai) hergestellt und 1903 ausgeliefert..

 

Die Waggons waren einfach und mit eher unbequemen Plastiksitzen ausgestattet. Die einstündige Strecke bis zur Endstation am Maeklong Railway Market führte vorbei an typisch thailändischen Dörfern, an Salzfeldern und beeindruckenden Anlagen zur Salzgewinnung.

 

Kurz vor dem Ziel veränderte sich die Atmosphäre im Zug deutlich. An den näher liegenden Haltestationen stiegen zahlreiche Reisegruppen zu und der Zug war entsprechend voll mit Touristen.

Das permanente Hupen des Zugführers war das eindeutige Zeichen, dass wir uns dem Railway Market näherten. Dann wird es hektisch und die Händlerinnen und Händler räumen ihre Waren innerhalb von Sekunden mit geübten Handgriffen beiseite. Der Blick aus dem Fenster ließ uns teilweise den Atem stocken. Mit ganz langsamem Schritttempo schob sich der Zug mitten durch den Markt, vorbei an den dicht an dicht stehenden Touristen.

 

Kurz hinter dem Markt erreicht der Zug dann seine Endstation. Um dieses Spektakel außerhalb des Zuges zu erleben, hieß es für uns, schleunigst zwischen den Gleisen zurück zum Markt zu laufen und uns irgendwo in dem Trubel ein günstiges Plätzchen zu besorgen. Viel Zeit blieb dafür nicht.

 

Kaum hatten wir ein Plätzchen gefunden, hörten wir auch schon wieder das Pfeifen des herannahenden Zuges. Und wieder wurde es hektisch bei den Marktbetreibern, um ihre Waren schnell genug beiseite zu räumen. Müßig zu erwähnen, dass es am Rand der Gleise unter den Touristen zu einem ziemlichen Gedränge kam, aber wir haben unsere Positionen mit "Zähnen und Klauen" verteidigt. Kaum war der Zug vorbei, normalisierte sich das Treiben zwischen den Gleisen wieder. Dieses Spektakel findet laut Fahrplan des Zuges 4 mal am Tag statt.

 

Nach dem "Stress" war es Zeit für eine Mittagspause. Natürlich hatte Herr Müller wieder etwas organisiert und wir konnten uns direkt an den Gleisen in einer Garküche niederlassen. Auf dem Speiseplan stand ein Hühnchen Curry mit frischen grünen Bohnen, Reis, etwas Chili und gebratenem Ei. Dazu gekühlten Kokosnusssaft direkt aus der Nuss oder wer mochte auch ein kühles Chang Bier. Zum Nachtisch gabs dann noch frische zuckersüße Mango. 

 

Nachdem alle gesättigt waren, machten wir uns in unserem sehr komfortablen Bus auf den Weg zur Kanchanaburi Provinz, ca. 130km nördlich von Bangkok. Dort wartete mit dem 'Floathouse River Kwai Hotel' eine ganz besondere Unterkunft auf uns.

Doch kurz nach der Abfahrt streikte plötzlich unser Bus. Irgendein Problem mit der Schaltung. Der Motor musste abgeschaltet werden und wir durften uns draußen an einem schattiges Plätzchen niederlassen, während unser Fahrer in der brütenden Hitze vorne unter dem Bus verschwand. 

Nach einiger Zeit tauchte er dann wieder auf und hielt ein kleines Metallteil in der Hand. Damit verschwand er auf der anderen Straßenseite in einer kleinen Werkstatt. Nach 15 Minuten kam er freudestrahlend wieder, denn er hatte ein passendes Ersatzteil bekommen. Eine weitere viertel Stunde später war selbiges eingebaut und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

 

Das 'Floathouse River Kwai Hotel' liegt mitten im dichten Regenwald auf dem Fluss Kwai und ist nur per Boot zu erreichen. Am Anleger angekommen mussten zunächst die Koffer an den Steg transportiert werden. Von dort ging es dann samt Gepäck in einer kurzen Fahrt mit einem Longboat zum Hotel, dessen luxuriöse, schilfgedeckte Bungalows tatsächlich komplett auf Pontons im Fluß festgemacht sind. 

 

Die großen Bungalows mit einer exotischen Teakholz-Ausstattung im thailändischen Stil sind sehr schön eingerichtet und haben von der großen Veranda aus einen herrlichen Blick über den Fluß. Wirklich eine sehr beeindruckende Unterkunft.