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03.09. Tag 6, Arsukfjord

Nach dem Polarlichtspektakel heute Nacht fiel das frühe Aufstehen schon etwas schwer. Wir waren in der ersten Zodiacgruppe für die Ausfahrt in den Arsukfjord und mussten um 8:45 Uhr am Sidegate sein. Der Blick vom Balkon war aber sehr vielversprechend, denn draußen lugten die ersten Sonnenstrahlen über die Felswände des Fjords.

Aufgrund der geringen Wassertiefe an der einzig möglichen Anlegestelle war die Benutzung der größeren Tenderboote nicht möglich. Somit blieb für die ca. 550 Meter Strecke nur der Transport mit den Zodiacs. Da es noch dazu eine nasse Anlandung war, mussten auch alle die von Hapag Lloyd bereitgestellten Gummistiefel benutzen.

 

Ziel unserer Exkursion war der ehemalige, inzwischen verlassene Hauptort Ivittuut. Seine Blütezeit erlebte der kleine Ort um 1799, als man in der Gegend Kryolith entdeckte. Das Vorkommen war auf der Welt einmalig und wurde kommerziell ab 1854 abgebaut. Zunächst zur Sodaherstellung benutzt fand man später eine Methode, bei der Kryolith als Katalysator in der Aluminiumherstellung Anwendung fand. Damit wurde Kryolith-Abbau zu einem lukrativen Geschäft bis zur Erschöpfung der Mine im Jahr 1962.

Im verlassenen Ort verfallen die hauptsächlich aus Holz gebauten Häuser. Aus dem Grund durften wir diese Häuser zwar von außen „bewundern“, aber keinesfalls betreten. Es gibt eine vielfältige Vegetation, verschiedenste Vogelarten und einheimische Tiere wie Eisbären, Moschusochsen und Schneehasen. Die letzteren beiden haben wir gesehen, von einem Eisbären war allerdings weit und breit nichts z sehen. Nach einem 90 minütigen Rundgang ging es dann wieder in die Zodiacs und zurück an Bord.

 

Der Kapitän hatte eine sehenswerte Ausfahrt aus dem Fjord angekündigt, und er hatte wahrlich nicht übertrieben. Ganz langsam zog die HANSEATIC nature bei absolutem Traumwetter durch den knapp 40 Kilometer langen Fjord in Richtung offenes Meer. Die vorbeiziehende wunderschöne Fjordlandschaft war ein wirklicher Genuss. Die Sonne strahlte vom Himmel und die meisten Berge trugen einen schmucken Hut aus weissen Wolken. Hin und wieder zogen fast schon kunstvollen Skulpturen aus Gletschereis vorbei. Der Kapitän ließ den backbordseitigen Glasbalkon ausfahren, auf dem man windgeschützt Traumwetter und Traumlandschaft genießen konnte, unter sich das arktische Meer.

 

Morgen früh wollen wir gegen 8:00 Uhr am Eingang des Prinz Christian Sund sein. Die Durchfahrt zur Ostküste von Grönland gilt als eines der Highlights dieser Reise. Hoffen wir auf gute Laune beim Wettergott!!!