Das Wichtigste zuerst: Das Traumwetter von gestern hat gehalten. Die Fahrt durch den Prins Christian Sund war einfach nur unfaßbar schön. Bereits die Einfahrt war spektakulär.
Mitten im Fjord liegt die kleine grönländische Siedlung Aappilattoq. Sie liegt auf einer kleinen Halbinsel an einer Stelle, wo sich drei Zuflüsse treffen. Hier leben 82 Menschen - Stand 01.01. 2025 - von Fischfang und der Jagd. Die Siedlung ist von 3 Seiten von Wasser dreier Zuflüsse des Fjords umgeben. Einzig im Norden wird sie nicht von Wasser abgetrennt, sondern von hochaufragenden Bergen.
Sucht man ein Haar in der Suppe, dann war es vielleicht der kalte Wind, der mit Stärke 8-9 über das Schiff fegte. Aber das hielt so gut wie niemanden auf der Kabine oder im Innenbereich des Schiffes. Bei diesem spektakulären Naturschauspiel musste man einfach draussen sein. Diese Szenerie ist mit Worten kaum zu beschreiben, aber mit Bilder vielleicht schon. Hier ist eine lose Auswahl, die uns wirklich schwer gefallen ist.
Gegen 13:00 Uhr haben wir die östliche Ausfahrt des Prins Christian Sund erreicht und arbeiten uns nun weiter nach Norden voran. Noch strahlt die Sonne vom blauen Himmel, doch das soll sich zum Abend hin ändern. Laut „Morgenpredigt“ vom Kapitän, die heute erst am Mittag stattfand, baut sich nördlich von uns zwischen Grönland und Island ein starkes Sturmtief auf.
Wie heftig uns das erwischt ist noch nicht ganz klar, aber wir werden es merken, das ist sicher. Die Rede ist von 4-5 Meter Wellen von vorn bei 8-10 Windstärken. Morgen früh um 7:00 Uhr sollen wir planmäßig unser nächstes Ziel, den Skjoldungensund, erreichen. Bis dahin sind es noch etwas über 400km. Der Käpt’n ist zuversichtlich, dass wir das auch schaffen. Er will so dicht wie möglich an der Küstenlinie entlang fahren, damit wir von Wind und Wellen zumindest ein wenig geschützt sind.
Update um 00:20 Uhr
Es hat uns bös' erwischt. Entgegen der Aussage vom Käpt'n haben wir Wellen über 10 Meter, Wind zwischen 45 - 50 Knoten, aber zum Glück direkt von vorne. Somit rollt das Schiff zumindest nicht so stark. Aber es knirscht und kracht an allen Ecken. Die Schläge der Wellen auf den Rumpf des Schiffes sind gewaltig.
Die Aufnahmen unten habe ich vor 15 Minuten von unserem Fernseher in der Kabine gemacht. Das ist das Live-Bild der Bugkamera über der Brücke auf Deck 8. Wir sind ok, keine Seekrankheit, zumindest noch nicht!!!!
