Life is like a tantalising Book. But the one who does not travel reads only the first page

05.09. Tag 8 Skjoldungensund

Heute morgen um kurz nach 5:00 Uhr haben wir den Skjoldungensund erreicht und das Geschaukel hatte endlich ein Ende. Allerdings nur vorübergehend, denn ab Mittag geht es wieder raus aus dem geschützten Fjord auf die offene See nach Norden mit Ziel Tasiilaq. Dann wird die kleine HANSEATIC nature wieder bis zum Samstagmorgen ein Spielball der „Naturgewalten“ des Meeres sein. Es wird vermutlich wieder eine ziemlich üble Nacht.

Aber Schluß mit dem Gejammer, denn wir haben auch sehr viel Schönes zu berichten. Schon die Ansteuerung auf den südlichen Eingang des Skjoldungensund ist spektakulär. Die ersten Fotos haben wir bereits um kurz nach halb sechs vom Balkon aus im Kasten. Trotz der frühen Stunde sind schon einige auf dem Nature Walk und bewundern dass Panorama. Die steil aufragenden, mehrere Hundert Meter hohen Berge backbord und steuerbord rahmen das Schiff regelrecht ein..

General Expedition Manager Sascha kommt mit den ersten Info-Durchsagen über die Lautsprecher. Durch unser sturmbedingte leichte Verspätung verzögern sich die Zodiacausfahrten um ca. eine halbe Stunde. Prima, haben wir ein wenig mehr Zeit um in Ruhe zu frühstücken. Bei dem langsam vorbeiziehenden traumhaften Panorama wird die Vorfreude auf die Ausfahrt immer größer, je weiter die HANSEATIC nature in den Sund einfährt. Vorbei an einem schon vor Jahrzehnten verlassenen Inuit-Dorf geht es tief hinein in diese fantastische Fjordlandschaft. Gletscher und Wasserfälle säumen unseren Kurs zum Dronning-Marie-Dal am Nordwestende des türkis-farbenen Skjoldungen Sundes. Hierher kommt man nur mit einem kleinen Expeditionsschiff.

 

Gegen 8:00 Uhr erreicht die HANSEATIC nature ihren Ankerplatz. Die „Vorhut“, bestehend aus Expeditions-Team, Experten und mehreren Eisbärwächtern, wird mit dem Scoutboot losgeschickt. Es gibt eine 400 Meter weiter südlich von der Ankerposition der HANSEATIC nature eine geeignete Anlandestelle. Kurze Zeit später ist die Shoreparty eingerichtet. Die Eisbärenwächter haben das Gelände als sicher eingestuft, und die Experten haben ihre Positionen bezogen. General Expedition Manager Sascha ruft die Passagiere zum Sidegate auf Deck 3 und Zodiac für Zodiac werden die Gäste an Land gebracht. Expertin Sarah empfängt uns an der Anlandestelle mit dem traditionellen Info-Schild und gibt uns letzte wichtige Instruktionen für unseren Aufenthalt im Dronning-Marie-Dal. Jetzt kann die Erkundung dieses herrlichen Fleckchens Erde beginnen. Abgesehen davon ist es nach dem wilden Ritt der letzten Nacht auf dem Schiff ein sehr wohliges Gefühl, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

 

Der gestrige Vormittag mit der Fahrt durch den Prins Christian Sund war begeisternd und hat die „Messlatte“ für heute ziemlich hoch gelegt. Doch diese grandiose Landschaft mit steilen Felsklippen, sanften Hängen mit für arktische Verhältnisse üppiger Vegetation, sowie einem Flusslauf, der sich durch das Tal schlängelt, steht dem in nichts nach! Nicht umsonst gilt das Dronning-Marie-Dal als eine der schönsten Landschaften in Ostgrönland. Uns hat dieses wunderschöne Tal sofort gefangen genommen. Das Wetter hat ebenfalls mitgespielt, zumindest so lange, wie wir im Fjord waren.

 

Leider hieß es um 12:30 Uhr Abschied nehmen von diesem schönen Ort. Doch auch die Ausfahrt aus dem Skjoldungensund bot noch einmal einige sehr interessante Motive. Kaum waren wir aber aus dem Schutz des Fjords, ging auch gleich die Schaukelei wieder los. Ansage des Kapitäns bei der mittäglichen "Morgenpredigt": Liebe Gäste, Sie müssen nochmal 517 Seemeilen bis zu unserem nächsten Ziel durchhalten. Geplante Ankunftszeit 8:00 Uhr am Samstag. Danach sollen Meer und Wind deutlich ruhiger werden".

Beissen wir also die Zähne zusammen und halten durch, irgendwie!!!