Tag 4, Saint Thomas

 

Pünktlich um 9:00 haben wir auf der Insel Saint Thomas in der Hauptstadt Charlotte Amalie festgemacht. Mit der Carnival Dream und der MSC Meraviglia lagen bereits zwei deutlich größere Pötte an der Pier. 

 

Viel Platz war dahinter nicht mehr. Aber der Kapitän hat es mit seiner Brücken-Crew prima hinbekommen, auch wenn unser Heck bereits über das Pierende hinaus reichte.

 

Lottchen hatte mal wieder recherchiert und eine schöne Tour ausgesucht, so daß wir gut gewappnet auf eigene Faust nach dem Frühstück losziehen konnten. 

Unser erstes Ziel war der Paradise Point auf dem Hausberg von Charlotte Amalie. Dorthin kann man zwar laufen, hinauf geht es dann aber mit einer Kabinenbahn. Die gab es vor 14 Jahren noch nicht. Trotz der 2 anderen Schiffe, die jeweils jeweils 4600 Passagiere und 1650 Crew an Bord hatten (Explora I hat 750 Passagier und 630 Crew an Bord), hielt sich der Andrang an der "Talstation" in Grenzen. Die Fahrt zum ca. 220m hohen Aussichtspunkt dauert etwas über 5 Minuten. Mehr dürfte es auch nicht sein, denn mit 8 Personen in der kleinen Kabine wird es zwangsläufig recht "kuschelig".

Der Ausblick von dort oben entschädigt aber für derartige "Leiden", denn der Blick über die Bucht, den Hafen und die Stadt ist einfach grandios. Das geniale Wetter trug sein übriges dazu bei. Strahlend blauer Himmel mit kleinen weißen Wölkchen garniert bei 28°. 

 

Wieder unten angekommen stellte sich die Frage, ob wir zu Fuß gehen oder mit einem der Sammeltaxis, die hier an jeder Ecke stehen, in die Stadt fahren. Mit 6 USD sind sie zwar nicht teuer, aber wir wollten uns nach den 2 Seetagen ein wenig bewegen. Also sind wir per pedes los. 

Dabei gibt es eine Besonderheit zu beachten wenn man Straßen überqueren muss. St. Thomas ist in den USA der einzige Ort, in dem Linksverkehr herrscht. Trotzdem haben die meisten Autos das Lenkrad wie bei bei uns und im Rest der USA auf der linken Seite. Apropos Straßenverkehr. Auf dieser kleinen Insel ist der Teufel los. Offensichtlich hat hier jeder Einwohner mindestens 2 Fahrzeuge. Dazu kommt eine Unmenge an Taxis, Lieferfahrzeugen und LKW's 

 

Unser Spazierweg führte uns entlang einer Uferpromenade auf die andere Seite des Hafens, um in die Altstadt zu kommen. Entlang des Weges waren auch noch vereinzelt die Spuren des letzten Tsunami zu sehen.

 

In der Stadt hat sich in den letzten 14 Jahren nicht viel geändert. Nach wie vor finden sich in den kleinen Gassen Shop neben Shop. Hauptsächlich sind es Juweliere, Parfümerien, Schnaps und Bekleidung. Alles was Rang und Namen hat (Hilfiger, Boss, Rolex, Cartier, Luis Vitton, Prada etc..) ist gleich mehrfach vertreten.  St. Thomas ist zollfreies Gebiet und entsprechend ist der Andrang der überwiegend amerikanischen Kreuzfahrttouristen. Selbst die Öffnungszeiten sind auf die Ankunfts-und Abfahrtszeiten der Schiffe ausgerichtet. Das gilt in gleichem Maße für die zahlreichen Restaurants, Bistros und Cafés. Und die Preise hier sind trotz Duty Free gepfeffert und natürlich abgesprochen unter den Händlern.

Wir sind gemütlich durch die Altstadt gewandert, haben die Verkaufsattacken der vor jeder Shoptür postierten Türsteher erfolgreich abgewehrt und die Kreditkarte stecken lassen. 

 

Auf dem Weg zurück zum Hafen haben wir noch einen schönen Abzweig abseits der viel befahrenen Hauptstraße entdeckt, der auf direktem Weg zum Schiff führte.

 

Am späteren Nachmittag verlies die Carnival Dream St. Thomas. Für Laien ohne Kapitänspatent ein interessant zu beobachtendes Manöver, denn sie lag quasi im Sandwich zwischen uns und der MSC Meraviglia. Nun braucht so ein 306m langer und 37m breiter Riese schon etwas Platz zum "Ausparken". Und wenn es im Hafen von Charlotte Amalie etwas nicht gibt, dann ist es Platz. 

Unsere geplante "Sail Away Party" in der Sky-Bar auf Dreck 14 fiel leider den Unwillen des Wetters zum Opfer. Irgend jemand muss den karibischen Wettergott geärgert haben, denn der hat seinen Groll in Form von heftigen Regenschauern über uns ausgeschüttet. 

Es hat dann gerade noch für ein Sail Away Foto von der beleuchteten Stadt gereicht.