Pünktlich um 07:30 Uhr signalisierte das Rattern der Ankerkette, dass wir unser Ziel im Svartisen Fjord erreicht hatten. Kurz darauf waren auch schon die Zodiacs startklar und wir wurden an Land gebracht.
Ein wenig Info zum Gletscher:
Svartisen ist der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Mit einer
Ausdehnung von circa 370 Quadratkilometern ist er der
zweitgrößte Gletscher Norwegens nach dem
Jostedal-Gletscher.
Svartisen ist von mehreren Bergen mit einer Höhe von über 1.500
Metern umgeben.
Vor Jahrhunderten erstreckten sich die „Finger" der Gletscher
in dieser Region sogar bis an die Küste. Engabreen, ein
Gletscherarm des Svartisen, erreicht derzeit fast den
Holandsfjord. Die Klimaveränderungen des vergangenen
Jahrhunderts haben jedoch dafür gesorgt, dass sich das
Gletschereis bis zu den 1960er Jahren um fast zwei Kilometer
zurückzog.
Von da an wuchs der Gletscher wieder in Richtung des Wassers,
doch in jüngsten Jahren hat ein erneuter Rückzug eingesetzt.
Der Spaziergang vom Anlegeplatz bis zum Gletscher ist ca. 4km lang. Das Morgenlicht verbreitete eine ganz eigene, fast schön mystische Atmosphäre. Nach ca. 1,5km passiert man ein kleines, typisch norwegisches Café, das speziell für uns bereits zu dieser frühen Stunde geöffnet hatte und schon weihnachtlich dekoriert war. Wir haben uns aber entschlossen, den angebotenen Leckereien erst auf dem Rückweg vom Gletscher zu frönen. Gleich vorweg: die frisch gebackenen Waffeln mit Kirschmarmelade und Sauercreme waren göttlich!!!
Im Licht der Dämmerung und durch die Reflektion des Schnee's war der Weg zum Gletscher gut "ausgeleuchtet". Wir waren schon vorher 2x hier, das letzte Mal im Sommer 2023. Jetzt im Winter sieht alles allerdings etwas anders aus.
Auf dem Rückweg fing es leider an zu regnen, was auf dem Zodiac auf der Fahrt zum Schiff zu einem leicht feuchten Hinterteil führte. Das hat uns aber nicht daran gehindert, den "Willkommen zurück" Champagner zu genießen..
Die 2. Halbzeit des Tages stand unter dem Motto "Pølser Party", schon fast eine Tradition auf den Hapag Lloyd Schiffen, die in Nordeuropa, der Arktis oder Grönland unterwegs sind.
Neben dem klassischen nordischen "Hot Dog" hatte die Küchencrew allerlei andere verlockende Dinge aufgetischt. DJ Ronny gab ebenfalls sein Bestes, um die Gäste warm und bei Laune zu halten.
Was ist das Schöne an einer Expeditionskreuzfahrt? Wenn sich die Möglichkeit bietet etwas Neues zu sehen, und sowohl Wetter als auch Lotse mitspielen, dann machen wir das auch!!!
Der Kapitän hatte für den weiteren Verlauf unseres Weges nach Trondheim noch ein tolles Ass im Ärmel. In Absprache mit dem Lotsen haben wir noch einen Abstecher in den eher unbekannten Nordfjord gemacht.
Der Fjord ist nicht nur landschaftlich eine Augenweide. Nein, er war auch zu einem großen Teil zugefroren. Die Eisdecke war nicht wirklich stark, und so glitt die Spirit unter leisem Krachen des Eises immer tiefer in den Fjord. Auf der Oberfläche entdeckten wir immer wieder große symmetrische Kreise mit einem Loch in der Mitte. Die Vermutung der Experten reichte von Luftloch für die Robben bis hin zu Auswirkung von Methangas. So richtig war sich keiner sicher. Ehrlich gesagt war es uns auch egal. Uns reichte der faszinierende Anblick dieses "Naturphänomens" .
Was für ein Erlebnis!!!
Irgendwann geht aber auch das schönste Erlebnis zu Ende. Es war schon fast dunkel, als wir uns wieder auf den Rückweg aus den Fjord in Richtung Trondheim machten. Dort wollen wir morgen früh um 10:00 Uhr an der Pier liegen.
