Während des PreCap gestern Abend bekamen wir von Expeditionsleiter Christian Rommel bereits einige Informationen zu unserem nächsten Ziel. Die Langa Langa Lagoon gehört zu den faszinierendsten und kulturell bedeutendsten Regionen der Salomon Islands. Sie liegt an der Westküste der Insel Malaita und ist bekannt für ihre einzigartige Kombination aus traditioneller Lebensweise, kunstvoller Handwerkskunst und einer außergewöhnlichen Anpassung des Menschen an die maritime Umwelt.
Kurz etwas über die Lagune:
Die Langa Langa Lagoon ist eine 21 km lange natürliche Lagune an der Westküste von Malatia. Sie ist weltberühmt für ihre einzigartigen künstlichen Inseln, die über Jahrhunderte hinweg von den „Salzwassermenschen“ aus Korallensteinen auf Sandbänken errichtet wurden. Sie wurden über Generationen hinweg von den Bewohnern der Region aus Korallensteinen und Muscheln errichtet. Ursprünglich bauten die Bewohner diese Inseln, um den Kopfjägern vom Festland zu entkommen.
Pünktlich um 7:00 Uhr erreichte die Hanseatic inspiration die vorgesehene Ankerposition. Unmittelbar danach ging das Scoutboot zur Organisation unseres Landgangs mit den Einheimischen raus. Wie im Tagesprogramm geplant, begann um 7:30 Uhr der Transfer der Passagiere nach Farbgruppen geordnet zum kleinen Dorf Busu. Wir waren in der Reihenfolge dieser Farbgruppen heute die Letzten. Pink war erst für 9:00 Uhr vorgesehen, da blieb uns Zeit für ein angenehmes Frühstück im Lido auf dem Außendeck mit Ausblick auf Dorf und die Lagune.
Entgegen der Ankündigung im PreCap war es heute eine trockene Anlandung, will heißen, dass es heute mal keine nassen Füße bei Aus- und Einstieg ins Zodiac. gab Es gab einen kleinen Steg, über den wir trockenen Fusses auf die Insel gelangten. Dort wurden wir bereits von Christian erwartet, der uns die Info-Tafel mit den Eckdaten für die Anlandung quasi vor die Nase hielt.

Im Gegensatz zu den vorherigen Zielen ist die Langa Langa
Lagoon ein touristischer Anziehungspunkt. Die Lagune ist das
Zentrum der Herstellung von traditionellem Muschelgeld, das
dort unverzichtbar für die Zahlung des Brautpreises
ist.
In Dörfern wie Busu werden traditionelle Tänze und
„Scheinhochzeiten“ (Mock Weddings) inszeniert. Diese dienen
dazu, Besuchern die Bedeutung des Muschelgeldes und der
Brautpreis-Zeremonie näher zu bringen.
Irgendwie war wohl der Zeitplan etwas ins Rutschen gekommen,
denn die Vorführung einer solchen Scheinhochzeit hatte bereits
begonnen. Viel verpasst haben wir zum Glück noch nicht, denn
der traditionelle Hochzeitstanz zieht sich hin.
Die Braut wird von einer Tanzgruppe begleitet, die in
Grasröcken und mit Tapa-Stoffen bekleidet ist. Die Tänzer
führen dabei oft Bewegungen aus, die das Rudern mit hölzernen
Paddeln imitieren, was die Verbindung zum Meer und zum
täglichen Leben der „Salzwasser-Menschen“ symbolisiert. Auch
hier, wie auf vielen anderen Inseln, kommt die musikalische
Untermalung der traditionellen Tänze von selbstgebauten
"Percussion Sets" aus verschieden langen PVC-Rohren.
Nach dieser Vorführung hatten wir noch Zeit für einen kleinen Rundgang durch das Dorf. Wir konnten uns frei bewegen, aber natürlich gab es auch die eine oder andere "Verkaufsstelle" mit handgefertigten Souvenirs. Die Herstellung der Souvenirs - hauptsächlich bunte Ketten aus Muschelgeld - ist reine Frauensache. Die Herren der Schöpfung suchen die Kraft in der Ruhe😉😉
Überraschenderweise gab es in dem Dorf auch einen Bezug zur christlichen Religion mit einem Altar und einem Friedhof mit Grabsteinen. Ein Zeichen dafür, dass hier früher auch Missionare tätig waren. Trotzdem haben traditionell Riten und der Glaube an die Kraft der Geister eine große Bedeutung.
Der Kanu-Bau in der Langa Langa Lagune ist ein zentraler Bestandteil der Identität der „Salzwassermenschen“ (Saltwater People), die auf den künstlichen Inseln der Lagune leben, und ist weit mehr als nur ein Handwerk. Im Alltag sind Einbaumkanus unverzichtbar, da sie das primäre Transportmittel zwischen den Inseln und zum Festland sind. Eine körperlich sehr herausfordernde Arbeit. Das bekamen wir später noch vorgeführt.
Eh' wir uns versahen, war es auch schon wieder Zeit, sich zu verabschieden. Am Steg hatte sich schon eine kleine Schlange gebildet, so daß wir etwas warten mussten, bis wir an der Reihe waren, um ein Zodiac zu "entern".
Das war aber insofern kein Nachteil, als dass wir vom männlichen Nachwuchs des Dorfes noch eine kleine Tanzeinlage geboten bekamen.

Am SideGate anzulegen war für den Zodiac-Fahrer nicht gerade einfach, denn es war von vielen Kajaks der Einheimischen "umzingelt". Manche waren voll besetzt, andere wiederum nur mit zwei Kindern von sieben oder acht Jahren. Alle sind gekommen, um das große Schiff aus der Nähe zu sehen, zu bewundern und nicht zuletzt zu verabschieden. Das Typhon des Schiffes tutete sich zum Abschied quasi heiser, als der Anker hoch ging und wir ganz langsam Fahrt aufnahmen. Unter dem Winken der Einheimischen in ihren kleinen Booten verließen wir die Lagune, um unsere Reise fortzusetzen. Irgendwie ein fast schon emotionaler Moment.
Kaum hatten wir das offene Meer erreicht, gab es noch ein kleines Rennen mit einem Schwarm Delphinen. Müßig zu erwähnen, dass wir nicht auf dem Siegertreppchen gelandet sind. 😉😉
Den Abschluss dieses schönen Tages bildet ein stimmungsvoller Abend auf dem Pool Deck beim traditionellen Offiziere-Mixen. Während die Offiziere der HANSEATIC inspiration köstliche Cocktails kreieren, sorgte die Crewband und das FREE DUO für eine ausgelassene Atmosphäre. Klassiker und Evergreens unter dem Sternenhimmel des Pazifiks, auch nicht schlecht. Für ein, zwei Drinks hat die Kondition noch gereicht, dann forderte ein ereignisreicher und lehrreicher Tag seinen Tribut.
Vor uns liegt nun eine Strecke von 349 Seemeilen bis zu unserem nächsten Ziel Malo auf der Insel Nadö, wo wir morgen Nachmittag gegen 14:00 Uhr ankommen wollen. Der Kapitän hat uns eine ruhige Überfahrt bei herrlichem Wetter versprochen.
