Im gestrigen PreCap gab es wieder die ersten Informationen zu unserem nächsten Ziel, der kleinen Insel Malo, die der Hauptinsel Nendö vorgelagert ist.
Nendö ist die größte Insel der Santa-Cruz-Gruppe im äußersten Osten der Salomonen und liegt rund 400 Kilometer vom Hauptarchipel der Salomonen entfernt. Nur wenige Kilometer vor der Nordküste Nendös liegt Malo Island, eine kleinere, aber ebenso reizvolle Insel. Sie ist von weißen Stränden und türkisfarbenem Wasser umgeben und wird von einer kleinen Gemeinschaft bewohnt. Malo Island gilt als eine Art Außenposten von Nendö - ruhig, ursprünglich und voller Charme. Besucher werden hier mit offenen Armen empfangen.
Doch auf dem Weg dorthin gab es noch eine Überraschung. Kapitän Ulf Wolter meldet sich per Durchsage mit einem weiteren Highlight der Reise. "Wir erreichen gegen 12:00 Uhr die Insel Tinakula, eine kreisrunde Vulkaninsel. Die Insel ist heute unbewohnt. Nach einem schweren Ausbruch und einem darauffolgenden Tsunami im Jahr 1971 verließ die gesamte Bevölkerung von 160 Einwohnern die Insel.
Der dortige Stratovulkan gilt als einer der aktivsten der Region und bricht seit seiner Entdeckung im Jahr 1595 regelmäßig aus. Dieser höchst aktive Stratovulkan erhebt sich mit einer Höhe von 851 Metern steil über den Meeresspiegel wobei seine eigentliche Basis in einer Tiefe von etwa 3.000 bis 4.000 Metern auf dem Meeresgrund liegt. Wir haben den perfekten Kurs um uns den Vulkan wirklich aus der Nähe anzuschauen".

Während wir den Vulkan in sicherem Abstand passieren,
kann man die Aktivität deutlich vernehmen. Mal zischt es
gewaltig, dann wieder grummelt es aus der Tiefe des Kraters.
Der austretende Qualm verändert ständig sein Aussehen.
Die Experten informieren uns über die Bordlautsprecher
ausführlich über die geologischen und biologischen
Besonderheiten. Aber offen gestanden, es fällt schwer diese
Informationen tatsächlich wahrzunehmen bzw. zu verarbeiten. Der
Anblick dieses Giganten fasziniert mehr als alles andere. Zumal
wir aus der perfekten Richtung kommen, um in unmittelbarer Nähe
des beindruckende Aschekegels vorbeizufahren, der bei der
letzten Eruption im Jahr 2017 entstanden ist.
Gegen 14 Uhr erreicht die HANSEATIC inspiration schließlich Malo Island. Wer Malo Island besucht, erlebt einen faszinierenden Einblick in das einfache Leben der Inselbewohner. Die traditionellen Häuser bestehen aus Bambus, Palmblättern und Holz, und das Dorfleben spielt sich meist im Freien ab. Kinder lachen, spielen am Strand und nutzen das Geäst der dicht am Wasser stehenden Bäume als Sprungbrett ins Meer. Besucher, die wie wir mit Expeditionsschiffen oder Zodiacs anlanden, werden mit Gesängen und Tänzen begrüßt - eine herzliche Geste, die zeigt, wie sehr Gastfreundschaft Teil der lokalen Kultur ist.
Wir bereiten uns auf eine spannende nasse Anlandung vor und setzen mit den Zodiacs zum palmengesäumten Strand über. Dort begrüßen uns die Dorfbewohner und begleiten uns zu ihrem Festplatz. Rund um den Platz sind Sitzgelegenheiten aufgebaut. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen mit freiem Blick auf die kommenden Vorführungen und harren der Dinge die noch kommen sollten.
Was besonders auffiel ist, dass die Einheimischen den direkten Kontakt mit uns regelrecht suchten und sich während der Zeremonie ohne irgendwelche Berührungsängste unter ihre Besucher mischten.
Rundherum sind Stände und Tische aufgebaut. Die Einheimischen bieten uns Früchte, Gebackenes und Fisch mit Kokosmilch an. Tapfer haben wir die Angebote angenommen und mussten feststellen, dass zum Beispiel gegrillte Bananen, im Kohlefeuer gebackene Süßkartoffeln oder Jams und frischer in Kokosmilch zubereiteter Fisch sehr lecker schmecken.
Da die Aufführungen länger als geplant dauerten, reichte es anschließend nur noch zu einem kleinen Rundgang durchs Dorf, bevor wir wieder zum Schiff zurück mussten. Den Fluß des Dorfes zu Fuß zu durchqueren haben wir aus Zeitmangel leider streichen müssen.
Nendö bzw. Malo Island war unser letzter Stop auf den
Salomonen. Vor uns liegen nun zwei volle Seetage mit
Kurs auf Port Denarau / Fiji. Bis dahin haben wir ca. 820
Seemeilen = 1.520 Kilometer zu "versegeln" wie der Käpt'n zu
sagen pflegt.
Wir verlassen nun die Gewässer der Salomonen und blicken mit
tiefer Dankbarkeit auf die herzlichen Begegnungen in diesem
einzigartigen Inselstaat zurück. Die Salomonen umfassen
insgesamt 992 Inseln die sich über eine Meeresfläche von rund
1,3 Millionen Quadratkilometern erstrecken und seit ihrer
Unabhängigkeit im Jahr 1978 ihre stolze melanesische Kultur
bewahren.
Die tollen Erlebnisse von den traditionellen Zeremonien bis hin
zu den Begegnungen in den entlegenen Dörfern haben uns tief
beeindruckt und bleiben sicher als kostbare Schätze in unserer
Erinnerung.
Wir haben uns nach altem Seemannsbrauch mit 3 langen Tönen aus
dem Schiffstyphon verabschiedet. Der Gruß zurück war dieser
traumhaft schöne Sonnenuntergang.
