Gestern Abend hat die Hanseatic inspiration die letzten 12
Seemeilen bis zu unserem Endziel in Lautoka zurück
gelegt.
Nach dem letzten Frühstück heute morgen hieß es Abschied nehmen
von dem schönen kleinen Schiff, das für die letzten 19 Tage
unser sehr komfortables Zuhause war. Draußen stehen die Busse
und warten auf die Passagiere. Manche fahren direkt nach Nadi
zum Internationalen Flughafen von Fiji. Andere - so wie wir -
kommen erst noch in den Genuss einer Rundfahrt entlang der
Westküste von Viti Levu, der Hauptinsel Fiji's, bevor es am
späten Nachmittag zum Flughafen geht.

Unsere Fahrt führte zunächst entlang der Hauptstraße durch die
Landschaft zwischen Nadi und Lautoka, die nicht unbedingt dem
Klischee von Fiji entspricht. Von den Traumstrände, die man von
Bildern oder TV-Reports kennt, wie zum Beispiel Coral Beach,
sieht man hier im Hochland von Viti Levu nichts. Hier ist es
grün und hügelig. Von Lautoka bzw. Nadi zum Coral Beach sind es
etwa 3h Autofahrt. Somit war das für uns keine Option.
Abgesehen davon haben wir in den letzten 3 Wochen reichlich
Traumstrände gesehen. Und uns stand am Nachmittag ja auch noch
ein ganz besonderes Erlebnis bevor.
Auf unserem Programm stand als erstes der Garden of the Sleeping Giant (Nadi): Der bekannteste Garten des Landes, ursprünglich 1977 von Raymond Burr, einem kanadischen Schauspieler - bekannt aus Krimi-Fernsehserien wie "Der Chef und "Perry Mason" - gegründet. Der Park beherbergt über 2.000 Orchideenarten sowie Teiche mit Seerosen und Wanderwege durch den Regenwald. Unser Rundgang führte uns an wunderschönen Gewächsen vorbei. Einige davon seht ihr hier:
Zurück im klimatisierten Bus ging es weiter zu unserem nächsten Stop, oder besser gesagt Erlebnis.
Abseits der Touristenpfade im Hochland von Viti Levu haben wir das Dorf Navala besucht – einen Ort, der sich wie eine kleine Zeitreise anfühlt. Es ist eines der letzten Dörfer Fijis, in dem fast alle Bewohner noch in traditionellen Bures (reetgedeckten Hütten) leben. Die Anordnung der Häuser vor der Kulisse der grünen Berge ist ein toller Anblick. Wir wurden im Dorf bereits am Eingang mit Musik und Gesang empfangen.

Der Höhepunkt unseres Besuchs war jedoch die Einladung zur Kava-Zeremonie (Sevu-Sevu). Diese traditionelle Zeremonie ist ein tief verwurzeltes Ritual, das Respekt und Gemeinschaft symbolisiert. Dabei wird ein aus der Kava-Wurzel hergestelltes Getränk (Yaqona) in einer Holzschale (Tanoa) zubereitet und in Kokosschalen (Bilo) serviert.
Im Bus wurde ich vor der Ankunft im Dorf von unserer Tourguide
gefragt, ob ich bereit wäre, für unsere Gruppe die Rolle des
"Chiefs" zu übernehmen. Natürlich habe ich zugestimmt,
denn die Gelegenheit, bei so einer Zeremonie aktiv dabei zu
sein, bekomme ich sicher nicht noch einmal.
Traditionell sitzt man im Kreis auf gewebten Matten - für uns
hatte man Stühle aufgestellt -, während die zermahlene
Kava-Wurzel zu einem erdigen Getränk angemischt wird.
Der Ablauf ist so simpel wie einprägsam: Einmal in die Hände klatschen, „Bula!“ rufen, die Kokosnussschale (Bilo) in einem Zug austrinken und danach dreimal klatschen und wieder Bula rufen. Das Getränk schmeckt pfefferig und hinterläßt ein leicht betäubendes Gefühl auf der Zunge, was aber recht schnell wieder abklingt.
Nach der Kava-Zeremonie wurden - getrennt von Männer und Frauen - einige traditionelle Tänze aufgeführt. Beim letzten Tanz wurden die Gäste noch mit einbezogen.
Zum Abschluß unseres Besuchs wurden wir von mehreren Bewohnern
noch stolz durch ihr Dorf geführt.
Es war ein beeindruckendes Erlebnis voller Gastfreundschaft und
Tradition!
Anschließend ging es - welch ein Kontrast - zurück nach Port Denarau ins 5-Sterne Hilton Resort. Dort gab es ein Mittagsbuffet und wir konnten uns bis zur Abfahrt zum Airport zu unserem Abendflug nach Sydney die Zeit vertreiben.

