Tag 24, Crystal River (1)

Das Gebiet um Crystal River und Homosassa Springs ist geprägt durch eine unberührte Natur, lagunenartige Wasserwege und insbesondere durch heisse Quellen, die für eine konstante Wassertemperatur von rund 23 Grad Celsius sorgen. Durch die Vermischung von Frisch- und Salzwasser findet man hier eine reichhaltige Unterwasserwelt vor.

Das Highlight sind hier aber natürlich die Manatees (Seekühe), die insbesondere in den Wintermonaten das warme Wasser schätzen. Wir haben heute noch vor dem Frühstück für morgen früh eine Reservierung für das "Schwimmen mit Manatees" gebucht. Für das anschließende Frühstück haben wir uns den "Biscuit Barn" ausgesucht. Ein kleines, sehr gefragtes Family Restaurant. Wir mussten vor dem Restaurant gut 20 Minuten warten bis dass wir einen Tisch bekamen. So etwas ist in den USA besonders an Sonntagen normal. Wir waren die Nummer 4 auf der "Warteliste". Es hat sich gelohnt.

Nebenan gibt es einen Abschleppdienst mit einer seltsamen "Empfangsdame" vor der Tür.   

 

Rund um Crystal River zweigen von der US 19 einige Straßen ab, die allesamt als Sackgasse vor dem Meer bzw. an den Lagunen enden. Wir wollten uns etwas bewegen und sind deshalb zu Fuß auf Entdeckungstour gegangen und dem Verlauf des King's Bay River Walk gefolgt. Eine schweisstreibende Idee, obwohl es den Vormittag über zumeist ziemlich bewölkt war. 

Ein beliebter Spot bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen ist Hunters Spring Park & Beach am Ufer einer kleinen Lagune an der Kings Bay. Auf und im Wasser herrschte reichlich Betrieb. Von Paddelboot über Surfboard bis zu Haus- und Motorbooten war alles vertreten.

 

Heute morgen war Ebbe und so wurden mehrere runde Drahtkäfige sichtbar. Von einem Park Ranger erfuhren wir auf Nachfrage, dass diese Käfige keineswegs dem Fischfang dienen. Die beiden letzten Hurricans haben in den umliegenden Lagunen weite Teile des Seegras durch Ein- und Überspülung von Salzwasser vernichtet. In den Käfigen wird neues Seegras angepflanzt. Somit wird sichergestellt, dass die neuen Triebe nicht gleich wieder von den "gefräßigen" Manatees abgefressen werden..  

 

Immer wieder sieht man hier die verschiedensten Vogelarten quasi am Wegesrand. Das war auch auf unserem heutigen Spaziergang so. Sehr zahlreich vertreten sind Schneesichler. Ein Kanadareiher war gerade auf Schleichtour. Dicht daneben stolzierte ein Silberreiher, der dann aber doch sicherheitshalber abhob. Zusätzlich haben wir noch 2 Schmuckschildkröten entdeckt, die den Kopf der Sonne entgegenstreckten.

 

Auf dem Rückweg zum Hotel wurde unsere Neugierde durch laute live gespielte Rockmusik geweckt. Sie kam von der Terrasse eines Lokals mit dem Namen "Tipsy Tarpoon" = beschwipster Tarpun. Das ist ein relativ großer Raubfisch der in den hiesigen Gewässern heimisch ist.

Die Rockband entpuppte sich als eine 2-köpfige Combo, bestehend aus Gitarrist und Sängerin, beide schon etwas in die Jahre gekommen. Aber das geht den Rolling Stones ja auch so.

Jedenfalls hatte die Frau eine Wahnsinnsstimme, die Gitarre wurde live dazu gespielt und der restliche Background kam aus der Büchse. Vor der kleinen strohgedeckten Bühne war für das Beach-Feeling Sand aufgeschüttet, was auch gleichzeitig als "Tanzfläche" diente, die auch ordentlich besucht war.

Die dazugehörige Kneipe war nichts als eine große, nach vorne und hinten offene Halle mit einer Riesenbar in der Mitte, die von jeder Menge Tische umringt war. Ein typisch amerikanischer "Joint", in dem man sich am Sonntagnachmittag mit Freunden trifft, etwas isst und trinkt und ab und zu das Tanzbein im Sand schwingt. Draussen vor dem Eingang werden die "Spielzeuge" für die großen Jungs geparkt.

Die Zwei konnten aber auch anders!!!

 

Viel mehr gibt's von diesem Tag nicht zu erzählen. Am Abend gab es noch einen Absacker in der Bar nebenan, und das war's.

Morgen wird es - hoffentlich - etwas spannender, denn dann gehen wir mit den Manatees zum Schwimmen.